Am Rande der Umweltzone; oder: wo Landluftlungen auf Stahlmeiler treffen

Am Sonntag Mittag sind wir am Ruhrpott angekommen.

Unser Ziel war der Landschaftspark in Duisburg, eine stillgelegte Kokerei, die mit entsprechender Beleuchtung zum begehbaren Kunstwerk umfunktioniert wurde,

 

Das Navi war auf dieses Ziel eingestellt und leitete uns freundlich 10 Minuten vor der Ankunft von der Autobahn, Dort erwartete uns an der ersten Kreuzung ein fettes UmweltzonenSchild. Nur Autos mit grüner Plakette durften weiter fahren. Unser über 25 Jahre altes Wohnmobil kann diese Voraussetzung leider nicht erfüllen.

Also schnell auf den nächsten Parkplatz gefahren und recherchiert ob und wie man die Umweltzone umfahren kann.

Schnell wurde uns klar, dass fast ganz Duisburg, abgesehen von der Autobahn, eine große Umweltzone war und der Landschaftspark in dessen Mitte lag. allerdings FANDEN WIR HERAUS DAS IN ABSEHBARER Nähe das Ende der Umweltzone war.

So entschlossen wir uns an diesem Rand der Umweltzone zu parken und den restlichen Weg zu Fuß zurückzulegen.

Nächtlicher Ausblick von Hochofen 5 in Duisburg

Angekommen fanden wir uns keine Minute hinter der Umweltzone gefühlt 50 Jahre in die Vergangenheit zurückversetzt. Wir standen vor einem noch aktiven Stahlwerk, dass sich über mehrere Kilometer am Rhein entlang erstreckte.

 

Wir waren schockiert und fasziniert zugleich.

 

Fasziniert von den riesigen Kühltürmen, den blau und rot fackelnden Schornsteinen, den meterdicken Gasleitung, der ohrenbetäubenden Geräuschkulisse, es pfiff und grölte und in regelmäßigen Abständen ging eine Sirene los und eine riesige Rauchwolke quoll aus einem der Türme.

 

Erschrocken über den Zustand der Fabrik.

Die Rohre schienen unter dem Leitungsdruck zu ächzen, die Fassaden der Fabrik waren rostbraun gefärbt, Straßen und Schilder waren vom Schmutz umhüllt, ein beißender Gestank hing in der Luft, am Rande der Straßen stapelten sich Berge von Müll.

Gleich daneben der Rhein, eine alte Badestelle, kaum wiederzuerkennen, seit Jahren scheint sie niemand mehr benutzt zu haben.

 

Eine Mutter ist an diese Stelle gefahren um mit ihren Kindern Fast Food im Auto zu verspeisen.

Die leeren Pommestüten wurde sie danach behände durch das offene Fenster los.. (M)

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