Ritterburgen und Milchstraße

Die Milchstraße im Hinterland von Spanien

Da es noch eine Weile dauerte bis die spektakulären Fallas beginnen würden, beschlossen wir, einen Abstecher nach  Madrid zu machen und Zentralspanien zu erkunden.


Am Dienstag fuhren wir in Richtung Landesmitte. Schnell änderte sich die Landschaft und aus steinigem Weinland wurden unendliche Weiten von brach liegendem Ackerland.


Man sagt ja immer, Männer würden nicht in Farben unterscheiden und Erde sei immer braun, doch sahen wir tausend Tönungen des trockenen Bodens. Rostbraun, Ocker, Kupferfarben, Bronze, Gelbbraun und Tiefrot sind nur einige Farben, die wir hätten nennen können.


Durchsetzt von kurzem, stoppligen Gras reihte sich ein Feld an das andere und die Stunden vergingen, ohne dass wir ein Haus sahen. Nicht einmal Radioempfang gab es auf unserem Weg nach Madrid.

 

Dort angekommen, suchten wir uns seit langem mal wieder einen Campingplatz, auf dem wir in Ruhe unsere Daten verarbeiten konnten. Zu allem Übel, war dieser teuer, die Bäder wurden renoviert und so waren die Toiletten nachts geschlossen und duschen konnten wir überhaupt nicht.

Blick auf die nächtliche Autobahn, die mitten durch Madrid führt

Am nächsten Tag beschlossen wir, Madrid zu erkunden. Mittags machten wir uns auf in Richtung Stadtzentrum zum Prado, einem riesigen Kunstmuseum. Wir gingen nicht hinein, es war schon zu spät, als dass es sich gelohnt hätte und zu teuer war es uns zudem auch.
Abends erkundeten wir dann noch die Innenstadt mit ihren winzigen Bars und Läden. Nach Barcelona hatten wir gelernt, dass Großstädte keine guten Motive abgeben und nur mit Glück fand man etwas sehenswertes, was dann mit Sorgfalt abgelichtet wurde.

 

Als wir am Freitag Morgen aufwachten und aus dem Fenster schauten, stellten wir belustigt fest, dass sich auf dem großen Parkplatz um uns herum ein Markt aufgebaut hatte, auf dem Obst und Gemüse neben Omaunterwäsche und anderem Ramsch angeboten wurden.

Toledo im goldenen Morgenlicht

Wir bahnten uns einen Weg zwischen den parkenden Autos und machten uns weiter auf in Richtung Toledo.

 

Diese riesige mittelalterliche Burg-Stadt thronte hoch über einen Fluss und man fühlte sich sofort um 500 Jahre zurückversetzt. Wir beschlossen, früh ins Bett zu gehen um am nächsten Morgen vor Sonnenaufgang zurückzukommen. Das taten wir auch und nachdem wir von einem Hügel, auf dem man die ganze Stadt überblicken konnte, wunderbare Fotos gemacht hatten, erkundeten wir noch das Innere dieser riesigen Burganlage.


Toledo war für sein feines Gold- und Schmiedehandwerk, sowie für die Keramikverarbeitung bekannt. In vielen Schaufenstern konnten wir meisterhafte Goldteller und edel geschmiedete Schwerter und Rüstungen bestaunen. Abends fuhren wir weiter in das östlich gelegene Gebirge und fotografierten die Sterne.


Die Nächte waren kalt und wir frohren unter unseren Decken. Doch konnte man vom Fenster aus ein riesiges Tal überblicken, über welchem Nachts die Milchstraße leuchtete.

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Kommentare: 1
  • #1

    sast (Dienstag, 05 April 2016 22:28)

    Der Sonnenuntergang bei der Burg von Toledo, der Sternenhimmel über euer Zuhause, und der Sonnenaufgang . . . . Wann sieht man und achtet im Alltag schon auf solche Phänomene ?