Zehn Tage Stillstand

Nach inzwischen zehn Tagen in Sitges geht es heute Abend nun endlich weiter . Mit den Nerven völlig am Ende und mit beträchtlich geringerem Kontostand reisen wir nun endlich weiter .
Was haben wir uns aufgeregt über diese völlig inkompetente Werkstatt. Viel zu modern für unser Auto, hatte sie keine Ahnung und wir stießen auf keinerlei Hilfe. Doch lest selbst, wieso wir fast an die Decke gegangen sind und beinahe die Werkstatt samt anliegendem Autohaus in Schutt und Asche gelegt hätten.

 

 

Dienstag:
- Peugeot kommt in die Werkstatt.
- Die "Alte" (Chefin von diesem Drecksladen) sagt:"Bis morgen wissen wir , was repariert werden muss."
- Wir versuchen zu Helfen, MALEN das defekte Teil auf und schreiben daneben, dass das Kugellager kaputt ist
- Keiner hört uns zu und wir werden mit einer Handgeste abgewunken
- In der Hoffnung auf schnelle Reparatur buchen wir ein Hotel, welches zum Glück der Autoclub Europa drei Tage bezahlt
- Wir rechnen damit, dass diese drei Tage reichen, doch weit gefehlt!

 

Mittwoch:
- Wir laufen zur Werkstatt um uns nach der Lage zu erkundigen. Die Zeichnung und das Auto befinden sich 1:1 noch an der verdammt genau selben Stelle wie davor
- Wir sind frustriert und denken uns: Morgen schauen sie sich das an

Marius an der Küste. Zu steinig für das Longboard

Donnerstag:
- Das Auto steht immer noch an der selben Stelle, allerdings haben sie es sich angeschaut... Immerhin...
- Die Alte erklärt uns mit Hilfe eines Mechanikers aus der Nachbarwerkstatt, welcher Englisch spricht, dass es das Ersatzteil nicht gibt
- Man wird das komplette Lenkgetriebe ausbauen, nach Barcelona schicken und dort wird es dann repariert.
- Kosten: 300€ Reparatur in Barcelona und 400€ Ein- und Ausbau
- Wir sind frustriert
- Wir gehen filmen
- Lernen zwei Freiburger kennen, die auch mit dem Camper unterwegs sind und unterhalten uns mit ihnen

 

Freitag:
- Unser letzter Tag im, vom Autoclub Europa bezahlten, Hotel.
- Wir suchen uns die billigste Unterkunft heraus, die Reparatur kostet schließlich genug
- In Sitges finden wir ein Hostel mit Mehrbettzimmern
- Mit der Aussage, dass die Werkstatt heute mit dem Ausbau anfängt, latschen wir 8 km nach Sitges.
- Voraussichtliche Fertigstellung laut Vertrag: Dienstag, 23.02
- Wir beziehen unser Zimmer und haben zwei Mitbewohner: ein Typ, der Nachmittags immer schläft und Jose, ein homosexueller Art Director

Sitges liegt direkt am Strand

Samstag:
- Wir chillen
- Machen nähere Bekanntschaft mit Jose und seinem Freund Isaac

 

Sonntag:
- im Hostel findet ein Jazzkonzert statt
- Jose hat einen komischen Freundeskreis aus ehemaligen, Grafikdesignern, Hundebesitzer, die ihr Haustier mit Gewalt trainieren und diverse andere kuriose Gestalten

Montag:
- Wir bestatten der Alten und unserer Lieblingswerkstatt einen Besuch ab
- Das Auto steht immer noch unberührt da
- Die Werkstatt ist seit Freitag zur Erkenntnis gekommen, dass das Auto zu hoch für das Garagentor ist
- Wir rasten innerlich aus, beleidigen die Alte und verfluchen die Werkstatt
- Der neue Plan: Der Camper kommt in eine neue Werkstatt, die das kaputte Teil demontiert und dann wird es nach Barcelona geschickt, repariert und wieder eingebaut.
- Am gleichen Tag wurde das Auto noch abgeschleppt
- Nachteil: Die neue Werkstatt verlangt 150€ mehr als die Alte für den Ein- und Ausbau
- Wir latschen zurück zum Hostel

 

Dienstag:
- Wir latschen wieder zur Werkstatt um denen dort etwas in den Hintern zu treten
- Mit Erstaunen stellen wir fest, dass sie das Teil am Morgen schon demontiert haben
- Theorethisch sollte es am Abend in Barcelona sein und am Donnerstag repariert
- Wir latschen wieder zur Werkstatt und verbringen den Abend mit Jose und Isaac


Mittwoch:
- Lorenzo hat Geburtstag
- Zum Abendessen gibt es Hamburger

Zur Abwechslung gönnen wir uns statt Baguette und Wurst Hamburger mit Spiegelei und Ketchupdip

Donnerstag:
-Wir latschen zur Werkstatt
- Die Alte ruft Paul , den "Übersetzer". Lorenzo versteht bereits bei der Alten, dass es riesen Probleme gibt.
- Barcelona kann das kaputte Teil auch nicht reparieren, da ihnen zufälligerweise ein Kugellager fehlt, welches nicht mehr produziert wird
- Der Plan: Sie bestellen dieses Lager in Deutschland und am Montag kommt es in Barcelona an. Unser Auto führe dann wieder am Mittwoch
- Wir ticken beide aus. Lassen unsere Wut an Paul aus, sagen ihm, dass wir das Problem AUFGEMALT haben, damit diese Deppen das blicken.
- Innerhalb einer Woche haben diese Idioten das rausgefunden, was wir ihnen hätten in 15 Minuten erklären können
- Selbst Paul schüttelte den Kopf über die Unfähigkeit dieser Werkstatt
- Wir nehmen die Sache selbst in die Hand, suchen innerhalb von zehn Minuten das komplette Lenkgetriebe in einem Onlineshop und zeigen es der Alten
- Dieses NEUE Lenkgetriebe kostet halb so viel wie die Reparatur in Barcelona
- Die Alte sagt: "Joa dann machen wir das halt so, wenn die zwei deutschen Jungs das so wollen"
- Der neue Plan: Teil bestellen, am nächsten Tag einbauen und weiterfahren
- Wir fassen uns an den Kopf und fragen uns, wieso das nicht gleich so einfach gelaufen ist
- Wir latschen heim
- José erzählt uns, dass die Frau von seinem Vater sein Konto in der letzten Nacht um 7000 Dollar überzogen hat
- Er lebt jetzt auf der Straße und hat noch 2,63€. Er hat von Freunden das Angebot bekommen, vorerst bei ihnen in Valencia zu wohnen
- Biete Jose an, ihn mitzunehmen, er lehnt erst mal ab
- Doch es sollte nicht die letzte Begegnung mit ihm sein

 

Freitag:
- Neues Teil wird in den Camper eingebaut
- Wir zahlen die Rechnung
- Fahren weiter in Richtung Valenica

 

 

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Zusammenfassung:

Wir sitzen jetzt zwei Wochen in Sitges fest. Die meiste Zeit haben wir damit verbracht, zur Werkstatt zu latschen und mit der Alten abzuklären, wie der Hase läuft.
Die Werkstatt hat aber im Endeffekt keinen Finger krumm gemacht, um uns zu helfen. Wie man sieht, hätten beide Seiten sich diese Umstände ersparen können und man hätte das Problem in drei Tagen lösen können.
Aber die inkompetente Werkstatt hat versagt und nächstes Mal werden wir die Sache selbst in die Hand nehmen. Auf die Spanier ist kein Verlass. Wir sind wütend, genervt und knapp 900 Euro ärmer. (L)

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Kommentare: 1
  • #1

    Heiko Böhmisch (Donnerstag, 03 März 2016 06:12)

    Hy,
    Klasse Blog. Haut rein Jungs ;-)!!