Die drei Wasserzeichen

Marius auf dem Grat des Cabo del Gata

Die Reise nach Sevilla zu den Osterprozessionen bestreiten wir zu dritt.
Laut Horoskop kann der Reise nichts im Wege stehen, da wir alle drei Wasserzeichen sind. Jose der Skorpion, Lorenzo der Fisch und Marius der Krebs.
Im Nachhinein kann man behaupten, dass das Horoskop, mit gewissen Up's und Down's, Recht behalten hat.

 

Es beginnt mit einem herzlichen Abschied bei unseren Freunden Anibal und Laura, bei denen Jose untergekommen ist.
Auch das Wetter in Valencia scheint uns zu vermissen und so regnet es fast den ganzen Tag über. Eine wahre Seltenheit hier in Spanien.
Jose scheint das Wetter zu inspirieren. Er schreibt ein Drehbuch namens "The Germans", indem es darum geht, wie wir ihn getroffen und mitgenommen haben.

Am Abend drängt uns der Spritmangel in eine kleinere, mexikanisch wirkende Stadt, in der wir zufällig einen kostenlosen Parkplatz, mit öffentlichen Toiletten, speziell für Wohnmobile finden. Einen solchen Luxus schlagen wir nicht aus.
Angekommen macht sich Jose, getrieben von seiner Nikotinsucht, auf die Suche nach Zigaretten. Knapp zehn Minuten später staunen wir nicht schlecht, als er, neben seiner Schachtel Zigaretten, auch noch zwei Jobangebote zum Camper zurück bringt.
Ein Friseursalon, der nach einem neuen Mitarbeiter suchte, und ein Fotograf, der einen Make -up Artist brauchte, scheinen sogleich gefallen an ihm gefunden zu haben.

Ein einsames Fischerboot vor der steilen Küste

Der nächste Tag beginnt zu ungewöhnlich früher Stunde. Wir wollen das erste Licht des Morgens im Nationalpark "El Gato" zum Filmen und Fotografieren nutzen.
Angekommen fühlen wir uns wie in einer isländischen Bucht. Der Sand ist schwarz an den Seiten säumen steinige Vulkansteinklippen das kleine Fischerdorf ein.
Das Wasser ist glasklar und verschwimmt von kräftigem Türkis zu einem tiefen Blau.
Wir kommen aus dem Staunen fast nicht mehr raus, besonders, nachdem wir auf einen der Berge über dem Meer geklettert sind und einen kilometerweiten Blick entlang der Küste und ins Landesinnere haben.

Abends zaubert uns Jose leckere, mit Schweinefleisch und roten Bohnen gefüllte, Tortillas. "Auntie Jose", den Namen hat sich Jose bei Laura und Anibal erarbeitet, kümmert sich die Tage gut um uns und insbesondere unsere Ernährung. Lang werden wir wohl nicht mehr so oft warm essen und soviel Geschirr waschen müssen.
Nachdem wir wohl gesättigt sind erkunden wir noch etwas Almeria. Wir sehen die erste Fähre, die wahrscheinlich von Marokko kommt und auch in unsere erste Osterprozessionen stolpern wir . Die vermummten Gestalten, die an den Ku-Klux-Klan erinnern, und Weihrauch, der die Straßen und Sinne vernebelt, bereiten uns schon jetzt eine Gänsehaut.

Unser Camper läuft zum Glück wieder ohne Probleme und so überrollen wir am Mittwoch den ersten kleinen Meilenstein, die 270 000km, auf unserem Zähler.
Granada, der nächste Stopp, stellt unsere Geduld auf die Probe. Angekommen wollen wir erst keine billige Tankstelle finden und danach scheiterte es am Parkplatz.
Der Parkplatz an der Alhambra, Palast und Wahrzeichen der Stadt, ist horrend teuer und die Innenstadt bietet keine kostenlosen nahe gelegenen Parkplätze.
Nur dank App und öffentlichem Internet in einem Kaufhaus finden wir dann doch noch einen guten Platz.

Alhambra in Granada

Und die Mühe soll sich gelohnt haben. Granada's Altstadt ist etwas besonderes. Mittelalterliche Burgen, die aber arabisch angehaucht sind, die Gebäude weiß, oft mit Porzellan verziert. Straßenkünstler, die an Harfen zupfen oder mit kehliger Stimme singen, Verkäufer die an kleinen Ständen Schmuck aller Art oder marokkanische Stoffe anpreisen.
Die kuriosesten Gestalten scheinen in Granada's Gassen umherzuwandeln.

Am Donnerstag erreichen wir Sevilla und ab hier trennen sich vorerst Jose's und unsere Wege.
Jose kommt bei seinem Cousin in Sevilla unter, während wir uns auf einem Campingparkplatz stellen.

 

 

Das Resumé der Tage mit Jose: anstrengend, zu wenig Schlaf, Maßen an neuem Material;
aber: It was fun. Definitely. (M)

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Kommentare: 1
  • #1

    sast (Dienstag, 24 Mai 2016 21:52)

    Bilder, die einem dazu verleiten, poetisch zu werden und für sich einen passenden Text ausdenken lässt, wie z.B. „ ...un viajero en la cima del mundo...” (Sorry Lorenzo, musste sein ㋡ )
    Burgen, die man so nicht zu sehen bekommt und Menschen unterschiedlichster Art.
    Und natürlich 'Auntie' Jose, den man mittlerweile kennt, wie er als happy vagabond, im wahrsten Sinne des Wortes, uns kreuz und quer durch die Straßen von Spanien mitnimmt. Es macht immer wieder Freude, ihm zu folgen.
    (Euer Buchcover sieht schon mal gut aus.)