Wasserdampf und keine Grotte

Auf dem Weg zur Grotte in Taza zischt und dampft es plötzlich; die Kühlwassertemperatur ist im roten Bereich.
Schnell auf den nächsten Parkplatz und die Daumen drücken, dass wir das Problem beheben können.

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Doch unsere Hoffnung erfüllt sich leider nicht. Nach einem dutzend Stopps, einem halben Wassertank weniger und nach mehreren Entlüftungsversuchen, sind wir nur gefühlte zwei Kilometer voran gekommen und der Lösung kein Stückchen näher.


Auf einem Parkplatz machen wir erneut halt und tüfteln an dem Problem herum, als uns ein marokkanisches Mädchen und ein junger Mann ansprechen. Die beiden fragen freundlich, ob sie uns helfen können und empfehlen uns eine Werkstatt in der Nähe.
Am Schluss will das Marokko-Mädel dann sogar noch ein Selfie mit Lorenzo.

 

Irgendwie schaffen wir es dann doch ohne die Hilfe eines Mechanikers den Berg hinauf. 

Doch dort erwartet nur die nächste Enttäuschung auf uns.
Am Eingang wird uns erklärt, dass man die Grotte nicht mit professionellem Kameraequipment betreten darf.
Wir sollen uns bei der Nationalparkverwaltung für eine Sondergenehmigung melden.


Niedergeschlagen machen wir uns wieder Richtung Taza-Stadt auf. Bergab, im Leerlauf und mit viel Fahrtwind kocht uns das Kühlwasser wenigstens nicht über.

Den ganzen Abend verbringen wir damit, in der Stadt nach offenen Wlan-Netzwerken zu suchen, um dann im Internet nach unserem Kühlwasserproblem zu recherchieren.


Mitten in der Nacht, auf dem Rückweg, fahren wir an einem Anhalter vorbei. Mehr aus Spaß frägt Marius: "Nehmen wir den mit?"
Einen Augenschlag später stehen wir am Straßenrand und der alte Mann erklärt uns, dass er Künstler ist und er ca. zwanzig Kilometer entfernt in einem kleinen Dorf lebt.
Und so kommt eines zum anderen: wir fragen ihn, ob wir ihn am nächsten Tag filmen dürfen, dafür würden wir ihn jetzt die weite Strecke nach hause nehmen.
Er sagt bereitwillig zu.

 

Mal wieder geht's zu dritt weiter und wie aus Geisterhand wird unser Kühlwasser auch nicht mehr zu heiß.
Eine halbe Stunde später sitzen wir in seiner kleinen Wohnung und genießen unseren ersten marokkanischen Tee.

 

 

Was haben wir aus diesem Tag gelernt?
Selbst an den schlimmsten Tagen bekommst du diese eine Gelegenheiten, die den Tag auf den Kopf stellt.
Die Frage ist nur, ob du die Chance ergreifst. (M)

Fouad lädt uns zum Tee ein

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Kommentare: 1
  • #1

    Moni (Donnerstag, 28 April 2016 23:27)

    Euer Optimismus gefällt mir. Und irgendwie scheint damn immer aus einer negativen Situation etwas Positives zu erwachsen