Ein kulinarischer Hochgenuss

Was gibt es schöneres als kochen und essen?

 

Noch besser wenn man dabei neue kulinarische Geschmäcker entdecken darf.

Und am aller besten, wenn man dafür nichts zahlen muss und zu aller feinstem Bild - und Videomaterial kommt.

 

Tatsächlich haben wir es geschafft mit einer deutschen Reiseorganisation zu kooperieren.

Diese hat uns einen marokkanischen Kochkurs bezahlt, im Austausch haben wir ihnen dazu einem kleinen Werbespot gedreht

 

Inbegriffen waren außerdem zwei Nächte in einem kleinen, edlen Hotel in der Innenstadt Marrakeschs.

Wir nutzen die gute Lage des Hotels um am ersten Nachmittag die Medina und Souks zu erkunden.

Es ging vorbei an dem jüdischen Gewürzviertel in Richtung des wichtigsten Platzes Marrakeschs, dem Djemaa el Fna.

Auf diesem tummeln sich Touristen und Verkäufer gleichermaßen. 

Allerdings ist es einem unmöglich weiter als 50 Meter zu gehen ohne von Verkäufern angesprochen zu werden.

In der Mitte des Djemaa el Fna reihen sich dutzende Essensstände auf, die durchnummeriert sind.

Vor jedem stand steht ein, meist junger, Marokkaner, der mit der Speisekarte rumfuchtelt und sich furchtbar um dein Wohlergehen sorgt.

Dabei wird auch mit kreativen Sprüchen nicht gespart: "Twenty-five, stay alive!"

 

Um die Essensstände sind die Orangensaftstände aufzufinden, die sich genauso um dein Wohlergehen sorgen und ihre Säfte an den Mann bringen wollen.

Rein zufälligerweise verlangen sie allesamt den selben Preis von 5 Dirham (ca. 50 Cent).

 

Um die Orangensaftstände wiederum tummeln sich exotische Tanzgruppen, traditionelle Musiker, diverse Schlangenbeschwörer, Menschen mit kostümierte Berberäffchen und einige bunte Kutschen. 

Als wir am Mittag durch die Essensstände flanierten, haben wir an einem der Grills eine recht große Flamme gesehen.

Nichts ahnend meinte Marius: "ich geh das mal filmen".

Sekunden später machte sich plötzlich ein Tumult breit. Einige Marokkaner entfernten hektisch die brennbare Decke des Stands, es wurde sich zugerufen und eine Menschentraube sammelte sich vor dem Stand. Die Flammen waren mittlerweile auf einen guten Meter gewachsen. Spätestens jetzt wurde uns klar, dass das ganze ganz und gar nicht gewollt war. Wenig später gelang es einem jungen Mann mit Hilfe von zwei Feuerlöschern den Brand zu löschen.

Hinter dem Platz fangen die Souks Marrakeschs an, die ähnlich wie in Fés, allerlei Krims-Krams verkaufen. Hier in Marrakesch sind die Souks aber unserer Meinung irgendwie schöner. weniger rustikal und derb, dafür noch bunter und voller.

Handeln in der Mittagshitze

Am nächsten Tag trafen wir, an dem morgens leeren Platz, Fatima, eine junge Marokkanerin und unsere Kochlehrerin für diesen Tag.

 

Die Tour fing natürlich mit dem frischen Einkaufen der Zutaten in der Medina an.

Zuerst ging es in einen Gewürzladen, an dessen Wand sich dutzende Fläschchen und die verschiedensten Gewürze türmten.

Hier wurden uns die verschiedensten Gewürze zur Geruchsprobe unter die Nase gehalten und kosten durften wir sie danach natürlich auch.

Zum Abschluss gab es noch marokkanischen Tee, "Spezial-Art", mit Minzekristallen versetzt.

Die Minze war so stark, dass uns allein vom Dampf die Augen tränten und nach einem Schluck brannten unsere Nebenhöhlen.

Gegen eine Erkältung ist der Tee aber mit Sicherheit sehr effektiv.

Nachdem wir eine Gewürzmischung und unsere Geruchsproben geschenkt bekommen haben, ging es weiter Richtung Lebensmittelmarkt.

Angekommen kauften wir an einem Gemüsestand Tomaten, Auberginen, Knoblauch, Erbsen, Zwiebeln und rote Beete, an einem anderen grüne und schwarze Oliven, der nächste verkaufte uns Couscous und Brot und an einer Fleischerei wurde frisch für uns ein Huhn geschlachtet.

Nicht gerade etwas für zart besaitete, aber eine authentische Darbietung der marokkanischen Kultur.

Danach ging es zum Kochen einige Kilometer aus der Stadt zu einem kleinem Berberhäuschen mit wunderschönem Palmen- und Olivengarten.

Dort gab es, mal wieder, Tee und marokkanisches Fladenbrot, das, in Ziegenkäse und Olivenöl getunkt, von uns gierig verspeist wurde.
 
Währenddessen wurde für uns, von einer älteren Berberin, die nur arabisch sprach, das Gemüse gewaschen.

Gestärkt ging es ans kochen.

Zwiebeln und Knoblauch wurden fein geschnitten, die Erbsen gepellt, Tomaten geschält und gewürfelt.

Dann wurde die Hähnchenbrust mit eingelegter Zitrone gewürzt und gewässert und die Mischung in das Stückchen Fleisch einmassiert.

Das ganze kam dann in die Tajine, ein kegelförmiges Tongefäß, das mit Kohlen erhitzt wird und indem das Gericht Dampfgegart werden kann.

Schon jetzt duftete das Ganze wundervoll.

Nun war Handarbeit angesagt. Mit einem Miniaturblasebalg haben wir die Kohle zum glühen gebracht, bis die Tajine fröhlich köchelte.

Während das Hähnchen simmerte, bereiteten wir gemeinsam noch ein paar Beilagen vor:

einen Tomaten-Auberginen Dip, eine Art Frühlingsrollen mit den Hähnchenfleischresten, ein rote Beete Salat und natürlich der Couscous.

Dann war es endlich soweit, das große Festmahl konnte starten.

Eine Nachspeise wurde zu unserer Überraschung sogar auch noch serviert.

Ein Glas Orangen-Gurken Drink.

Was für den Europäer zwar nach einer komischen Mischung klingt, hat in Wirklichkeit aber sehr gut geschmeckt und war angenehm erfrischend obendrein.

 

Ganz am Schluss blieben nur noch leere Gläser, Teller und Schüsseln und zwei sehr zufriedene Gesichter. (M)

v. l. n. r. Lorenzo, Berberfrau, Fatima, Marius

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Kommentare: 1
  • #1

    sast (Dienstag, 24 Mai 2016 22:00)

    Das ist wohl wahr. Was gibt es schöneres als Kochen und Essen, wenn man diese bunte frische Vielfalt sieht. Und besonders gut finde ich, dass Nahrungsmittel gekostet werden, die sonst zuhause abgelehnt wurden. Und der Film trägt auch noch dazu bei, dass wir die Gerüche fast schon erahnen können. Bin ja gespannt auf eure neuen Ess- und Trinkgewohnheiten