Die letzten Tage in Marokko

Abgekommen vom Weg genossen wir in letztes Mal die Schlaglochpisten

Die Küstenlandschaft zwischen Essaouira, Casablanca und Rabat war überraschend öde.
Weder sonderlich berühmte Sandstrände, noch spektakuläre Klippen säumten das Meer. Die kahle Grasebene endete einfach irgendwann im Meer.
Deshalb fuhren wir recht schnell von einer Stadt zur nächsten.

Auf halbem Weg zwischen Rabat und Tanger gab jedoch unsere Wasserpumpe im Bad den Geist auf. Wir waren gezwungen Halt zu machen.
Von unserem zweiten Wassertank, der noch nie in Betrieb war, bauten wir die Wasserpumpe aus und installierten sie anstelle der, vermeidlich kaputten, ein.  
Und siehe da, es tat sich immer noch nichts. Es stellte sich heraus, dass der zweite Wasserhahn, der auch als Schalter für die Wasserpumpe dient, hinüber war.

 

Wir machten uns also auf die Suche nach einem Baumarkt, um uns einen neuen Schalter zu kaufen. Leider gab es in dem kleinen, nächstgelegenen Ort nichts dergleichen, jedoch fanden wir, wie der Zufall es will, eine schöne Stelle am Meer.

Die Stadt lag eingekesselt zwischen dem wilden Meer und einer ruhigen Bucht, in der bunte Fischerboote friedlich schaukelten.
Vor dem Meer breitete sich ein ausgiebiger Sandstrand aus und auf der anderen Seite der Bucht, waren gut fünfzig Meter hohe Sanddünen zu sehen.

 

Unser Wasserproblem war vergessen und wir sahen der Sonne zu wie sie hinter dem Meer verschwand.

 

Wir beschlossen die Nacht auf einem Campingplatz zu verbringen, so waren wir auch unabhängig von unserem nicht funktionierendem Wassersystem, und den nächsten Tag am Strand zu genießen.

Zwei Tage später, in Tanger, fanden wir einen Baumarkt und kauften uns zwei handelsüblichen Lichtschalter. Das erste Mal seit geraumer Zeit konnten wir jetzt auch wieder Wasser in der Küche verwenden.

Am Nachmittag, auf der Suche nach einem Platz zum kochen, fanden wir einen Strand, in dessen Nähe ein Schiffswrack auf den Klippen lag.
Beim besten Licht am Abend wollten uns das Ganze von Nahem anschauen und gelangten durch Zufall in die Einfahrt eines privaten Anwesens.
Als wir kehrt machten sahen wir, wie uns ein junger Mann in der Nähe zu schnalzte. Wir kamen näher und er erklärte uns, dass wir hier auf militärischen Grund seien. Als wir ihn fragten, ob man in die Nähe des Wracks käme, meinte er, dass auch die Klippe über dem Wrack noch zum Militärgebiet gehöre.

 

Wir versuchten also vom Strand aus, mit Teleobjektiven, die ein oder andere Aufnahme zu machen, als zwei Soldaten mit Gewehren über den Schultern zu uns kamen. Uns wurde schon mulmig, aber sie schickten uns nur freundlich fort und meinten, hier dürfe nicht fotografiert werden.

Am nächsten Tag war es schon soweit Marokko "lebe wohl" zu sagen.
Überraschend problemlos überquerten wir die Grenze.
Bis auf ein unfreundlichen, spanischen Zollbeamten, der einmal zu allen Türen reinschauten und sich genervt erkundigte, ob der Wagen den versichert sei, winkten uns sonst alle durch.

 

In Ceuta angekommen suchten wir zuerst den nächsten Supermarkt auf, um unsere Lust nach guter Wurst und gutem Schweinefleisch zu stillen.

 

Am Hafen sollte uns diesmal ein Katamaran nach Europa bringen. Das Problem war nur, dass der Stauraum diesmal um einiges tiefer war als der des letzten Schiffs, in dem sogar LKWs Platz fanden.
Nachdem unsere Höhe gemessen wurde, durfte wir dann doch auf das Schiff fahren. Nur zehn Zentimeter blieben uns bis zur Decke.

Auf Deck sahen wir dem Festland zu, das immer kleiner und kleiner wurde. Nur eine Stunde später war unser Erlebnis auf dem neuen Kontinent endgültig vorüber.
Füße und Räder befanden sich wieder auf spanischem Grund. (M)

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Kommentare: 1
  • #1

    Gassi (Mittwoch, 08 Juni 2016 21:41)

    sind wie immer tolle Bilder in eurem Blog. Freu mivh Lorri bald wieder zu sehen ;-)