99 Stunden Filmstress

Juhuuuuu!!! Endlich gibt's hier mal wieder einen neuen Blogeintrag. Lang ist es her, dass bei Carmona etwas Spannendes passiert ist. Besser gesagt, lang ist es her, dass ihr davon was mitbekommen habt. Wir haben zur Zeit einfach so viel Stress, dass wir einfach nicht dazu kommen, unsere spannenden Projekte zu Blatte zu bringen und hier kundzugeben. 

 

Der 99 Fire Films Wettbewerb ist der wahrscheinlich größte Filmwettbewerb in Deutschland und vor einigen Wochen meldeten wir uns dafür unverbindlich an. Als der Stichtag des 26. Januars immer näher rückte, entschlossen wir, uns mit Timo Blessing, Lukas Wieg und Yannik Winzer zusammenzuschließen, mit denen wir derzeit am Kurzfilm 41'CR arbeiten. Mit diesen talentierten Jungs wollen wir es in die Top 99 Deutschlands schaffen und legten am ersten Tag los:

 

Das Drehbuch entstand nach einem langen Hin und Her. In genau 99 Sekunden mussten wir eine Geschichte erzählen mit dem Thema "Da gibt's doch was! Alltagsprobleme auf eine kreative Art und Weise bewältigen". Außerdem musste das Motiv eines Zwillings oder Doppelgängers darin vorkommen. Zusätzlich befand sich noch Moritz Gräßlin mit im Boot, der sich auch fleißig beim Ideenfinden beteiligte. Diese reichten von Fernbedienungen, die das Leben erleichtern sollten, aber nicht richtig funktionierten, über Probleme mit dreckigen Händen bis hin zu einer Bibliothek, in der jemand sinnbildlich einen Gedanken suchte. Auf die wirresten Geschichten kamen wir, aber immer fehlte irgendwo der entscheidende Knackpunkt der alle überzeugte. So wurde lange hin und her überlegt und irgendwann kam Lorenzo mit der Idee auf, (mal wieder) ein melancholisch depressives Kammerspiel zu verfilmen, indem es darum ging, dass die Tochter nach dem Verlust der Mutter den Vater trösten könnte. Anfangs waren die Wenigsten von dieser Idee begeistert, doch nach und nach gedieh die Geschichte, wurde weiter ausgeschmückt, bis schließlich die finale Version feststand.

Am nächsten Tag war der erste Drehstart auf 18:00 Uhr geplant. Alle fuhren viele Kilometer durch die Gegend um Equipment zu organisieren oder Requisiten und allerlei Krams für das Set zu sammeln. Nebenbei wurde das Drehbuch weiter verfeinert und jeder bereitete sich vor für den Dreh am Abend. Dieser sollte im Haus von Moritz' Oma stattfinden. Angemeldet waren wir auf 17:00 Uhr doch schlussendlich verzögerte sich dies natürlich auch wieder. Marcus Calvin, ein recht bekannter Schauspieler aus der Region hatte uns einige Tage zuvor angeboten mitzuspielen und so war die Rolle des Vaters schnell besetzt. Für die Tochter kamen mehrere Mädchen in Betracht, schlussendlich entschieden wir uns allerdings doch für Lisa Leitner, die uns schon beim 24 Stunden Filmrennen super unterstützt hatte. 

Nach und nach wurde also Licht aufgebaut, das Set dekoriert und die Rollen geprobt, während Timo und Marius sich um die Kamera kümmerten. Yannik übernahm bei diesem Dreh den Ton und Lorenzo war wie immer derjenige, der die Bilder machte, die ihr in diesem Blog betrachten könnt. Es wurde immer später und so war es schon tiefste Nacht, als der Regisseur Lukas Wieg das erste Mal "Und Action!" rief. Mit den Nerven völlig am Ende entbrannten dann nach und nach immer heftigere Diskussionen um die richtigen Kameraeinstellungen, Winkel, Belichtungen, Spielweisen und, und, und... Frustriert musste sich jeder beherrschen dem Anderen nicht an die Gurgel zu springen und hier und da musste sich der ein oder andere zurücknehmen, damit die Situation nicht völlig eskalierte. An diesem Abend drehten wir dann schlussendlich zwei der insgesamt drei Szenen und waren heilfroh, als dann um Mitternacht Feierabend war.

An Tag drei, also kurz nach der Halbzeit ging es dann direkt mit der fehlenden Szene zwei weiter. Lisa spielte ihre Rolle fantastisch! Falls ihr euch wundert, um was es denn in diesem Kurzfilm denn genau geht, müssen wir euch leider enttäuschen. Das möchten wir noch ein bisschen geheim halten! Nur so viel sei gesagt: Die Tochter bekommt im Verlauf des Films eine Superheldenmaske überreicht. Was sie damit anstellt, verraten wir an dieser Stelle allerdings noch nicht. 

Glücklicherweise gestaltete sich dieser Drehtag als weitaus angenehmer als der vorangegangene, denn wir hatten mehr Zeit für den Aufbau und es konnte sogar in Ruhe über das Fehlverhalten und die schlechten Schwingungen des Vortages geredet werden. Professionell und zielstrebig fingen wir also an zu drehen... Da wir aber der Oma von Moritz versprochen hatten um 15:00 Uhr die Wohnung wieder zu verlassen, wurde es hinten raus doch etwas knapp mit der Zeit und mit dem Stress kamen auch wieder einige Spannungen untereinander auf. Natürlich darf man sich diese als Filmemacher nicht zu Herzen nehmen und die Zankereien wurden von niemandem persönlich genommen. Nichtsdestotrotz waren alle froh, als dann (fast) pünktlich um halb vier Feierabend war und alle in Richtung Zuhause fahren konnten.

Doch wie bei jedem Film ist der Dreh nur die halbe Miete. Denn jetzt stand natürlich noch der Schnitt, ein Special-Effekt und der Ton an. Abends gegen 23:00 Uhr war der erste Grobschnitt gemacht und ging raus an das Team. Eine positive Bilanz brachte neue Motivation und Euphorie hervor und es wurde weiter fleißig gearbeitet. Doch nicht nur wir saßen eifrig vor den Schreibtischen, auch der Filmmusiker Wilhelm von Dungen setzte sich vor sein virtuelles Orchester und begann extra für unseren Film Musik zu komponieren. Nachts gegen 03:00 Uhr war dann auch schon die erste Version der zugegebenermaßen recht dick aufgetragenen Musik fertig. Der Kitsch war aber keinesfalls negativ , sondern hob den Film nochmals auf eine ganz andere Ebene.

Ein letztes intensives Meeting vollendete den Schnitt dann am Sonntag Nachmittag nochmal soweit, dass nun alle mit dem Ergebnis zufrieden waren. Für Carmona hieß es danach erst einmal: Feierabend, während die Jungs von DesignAreal  sich noch um den Ton kümmerten. Pünktlich vor Ende der Deadline wurde der Film dann erfolgreich hochgeladen und wir trafen uns am Montag Nachmittag nochmal für eine gemeinsame Premiere: Es waren alle hellauf begeistert! (L)

Das obligatorische Gruppenfoto :)
Das obligatorische Gruppenfoto :)

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