Zwei Rollen Nostalgie

"Sleeping Beauty" - Zwei Gesichter in einem dunklen Wald
"Sleeping Beauty" - Zwei Gesichter in einem dunklen Wald

Diesen Frühling hieß es, sich einer neuen Herausforderung zu stellen. Nicht zuletzt um selbst ein bisschen dazu zu lernen und frische Wind in die Fotografie zu bringen, wollte ich mich an der analogen Fotografie versuchen.

 

Mit einer kleinen Reparatur belebte ich die ca. 30 Jahre alte Kamera meines Vaters wieder. Nachdem die Anleitung grob überflogen war und der analoge Schwarz-Weiß-Film eingesetzt war, ging es in den Wald und der Spaß konnte los gehen.

Doch ganz so schnell waren die ersten Fotos nicht geschossen. 

 

Bei lediglich 36 Belichtungen, die auch preislich nicht unerheblich sind, überlegt man es sich immer zwei Mal den Auslöser zu drücken. 

Aber genau das macht die analoge Fotografie aus - Entschleunigung.

Die Einschränkung drängte mich dazu, mir Gedanken über mein Bild zu machen bevor ich es überhaupt aufnahm.

Bei der normalen, digitalen Fotografie verfällt man leicht in das Schema Bilder im Sekundentakt zu schießen und die besten Bild erst während der Nachbearbeitung auf dem Computer zu suchen. 

Analog denke ich viel bewusster über das Motiv, die Komposition und die Belichtung nach - und drücke oft auch einfach nicht den Auslöser. 

 

"The Leaf" - Das Fenster des Waldes
"The Leaf" - Das Fenster des Waldes

Doppelbelichtungen, die heutzutage am Computer generiert werden, erfordern analog eine völlig andere Herangehensweise. 

Von Anfang an muss klar sein, was das Bild aussagen soll. Die Wahl des Motives und und das Spiel mit Licht und Schatten ist darum umso entscheidender.

 

Und selbst nach so viel Zeit die man sich beim Fotografieren nimmt, bleibt das Resultat noch lange ungewiss.

Nach zwei Wochen fotografieren und einer Woche in der Entwicklung war es soweit. Ich durfte die Ergebnisse zum ersten Mal begutachten.

 

Ich finde, man kann tatsächlich einen Unterschied zu digitalen Bildern spüren. Die analogen Bilder sehen organischer, lebendiger; irgendwie einfach schöner aus. 

 

Hierbei sei allerdings gesagt, dass man auch eine stärkere emotionale Bindung zu seinen Bildern hat, da man sich soviel Zeit für sie genommen hat. Deshalb kann leicht der Eindruck entstehen kann sie seien hübscher als normalerweise.

Ich bin trotzdem angetan von den Bildern und werde nicht das letzte Mal analog fotografiert haben.

 

Wer sich selbst an der analogen Fotografie versuchen will, dem empfehle ich in den Kellern von Verwandten, Großeltern und co. nach einer Kamera zu stöbern. Ansonsten wird man auch online oder auf Flohmärkten schnell fündig.

 

Ich selbst habe mit der "Chinon CP-7m" fotografiert. Für Einsteiger dank integriertem Belichtungsmesser eine einfache und intuitive Kamera.

Wer eine analoge Kamera ohne Belichtungsmesser hat, dem empfehle ich ein Handbelichtungsmesser oder eine entsprechende App fürs Handy. 

 

Meine ersten Filme war der Schwarz-Weiß-Film "Ilford FP4" und der Farbfilm "Fuji Superia X-Tra 400".

Farbfilm sollte generell um 0,5 bis 1 Blende überbelichtet werden und zudem sollte der Film auf die mittleren Schattenbereiche belichtet werden.

 

 

Bei der Entwicklung lege ich euch das kleine Fotolabor MeinFilmLab ans Herzen, die übrigens viele weitere nützliche Tipps zur analogen Fotografie (z.B. Filmratgeber, analoge Langzeitfotografie, Pastell - Look, etc.) auf Ihrer Website haben. (M)

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