Mit der Heimat kommt der Regen

Und in Spanien kam der Regen.

 

Unsere Motivation bei solch einem scheußlichen Wetter auf Erkundungstour zu gehen war nahe null.


So nutzen wir die verregneten Tage und legten große Strecken zurück ohne andere Plätze als die Straße, unseren Camper und Einkaufszentren fürs Internet zu sehen.
Zu unserer Verteidigung können wir allerdings sagen, dass wir uns nach 5 Monaten Natur pur auch mal ein paar faule Tage gönnen dürfen.

Unserer ständiger Begleiter für lange Fahrten ist mittlerweile unser Hörbuch "Das Lied von Eis und Feuer", auch als "Game of Thrones" bekannt, geworden.

Schlussendlich sahen wir die Nordküste Spaniens nur aus dem Auto, während wir binnen weniger Tage von Portugal zu den Pyrenäen fuhren.

 

Dort angekommen besserte sich das Wetter und auch unsere Abenteuerlust taute wieder auf.
Eine riesige Felsspalte in einem Berg, ein türkis farbener See, ein verfallenes Mittelalterdorf und eine massive Staumauer weckten unsere Aufmerksamkeit.

Im Hochgebirge der Pyrenäen hatten wir vor, einen Berggipfel bis über die Wolken zu erklimmen.
Nach stundenlanger Kletterei hatten sich die Wolken jedoch verzogen. Wir fanden allerdings einen toten Baum und einen winzigen Gletscher, die uns auch als Fotomotiv dienten.

 

Einen Tag später versuchten wir auf der französischen Seite der Pyrenäen noch einmal über die Wolken zu gelangen. Diesmal fuhren wir durch den Nebel einer Wolke, die tief bis ins Tal hing. 
In einem Skiort am Berg angekommen waren wir immer noch, bei nur meterweiten Sicht, mitten im Nebel und hatten die Hoffnung schon fast aufgegeben.
Während Lorenzo an Ort und Stelle kochte, versuchte Marius zu Fuß die Wolken zu überwinden.
Und tatsächlich breiteten sich irgendwann die Wolken wie ein weißes, waberndes Meer im Tal aus und nur die Bergspitzen stachen durch die Decke.

Die nächsten Tage in Frankreich gestalteten sich nicht besser als die Tage in Spanien.
Es regnete gefühlt nur einmal. Drei Tage ohne Pause. Fast schien es, als holte der Regen all die Wassermassen nach, die uns während unserem Aufenthalt in Marokko erspart blieben.

 

An der Ardèche, wo ein riesiger Steinbogen den Fluss überspannte, fanden wir dann doch noch einen sonnigen Tag.
Der letzte Höhepunkt unserer Reise.

 

Heute, am 16 Juni, nach 134 Tagen, fahren wir dorthin zurück wo alles begann und der Kreis der Rundreise schließt sich. (M) 

 

 

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Einmal noch Sonne...

Nun galt es also Abschied zu nehmen. Unsere letzten Wochen unserer Reise waren angebrochen und unausweichlich kam die Heimat näher . Wir hatten viel erlebt, viel gelernt und viele Erfahrungen gesammelt auf unserer Reise.

 

Doch noch heißt es nicht Lebewohl zum Leben auf der Straße zu sagen. noch waren wir frei und vor uns lagen schließlich immernoch 3500 Kilometer.

 

Es führte uns an der portugiesischen Küste entlang, an denen wir auf atemberaubende Klippen und Strände stießen. In den ersten Tagen in Europa wurden wir zuerst nicht, wie in Marokko, jeden Tag aufs neue von der Landschaft überrascht, doch lernten wir auch hier schnell die Natur wieder zu schätzen und zu lieben und nach einigen Tagen gab es dann doch noch etwas zu sehen.

 

Lissabon durchfuhren wir schnurstracks, denn Außer verstopfter Straßen und einer ganz netten Altstadt gab es hier nichts zu entdecken und so durchfuhren wir die riesige Stadt und machten ein paar nicht erwähnenswerte Fotos aus dem Beifahrerfenster....

 

Porto hingegen war ein anderes Kaliber . Wir fanden schnell einen Parkplatz und machten uns zu Fuß auf zu den Brücken, die die Stadt über dem Fluss verbunden. Hier sprangen Jugendliche von einer riesigen Brücke aus Stahlstreben, während sich die Schaulustigen um sie scharrten. An den Steilen hängen stieß man auf der einen Seite auf dichte Wohnsiedlungen, während man auf der anderen Seite verlassene Ruinen standen.. Insgesamt sahen wir zwar nicht viel, aber das, was wir sahen, gefiel uns sehr gut!

Die dritte Spannende Etappe in Portugal war ein kleines Örtchen, das für die riesigen Wellen, die dort an den Strand getragen wurden, bekannt war. Dort angekommen war aber weit und breit nichts von diesen Monsterwellen zu Sehen und so mussten wir uns mit einem, immerhin ganz netten Örtchen zufriedengeben. Es gab dort einen hohen Felsen, von dem man die ganze Stadt überblicken konnte.

 

Nicht arg viel später tuckerten wir dann auch schon wieder über die spanische Grenze und unser nächstes Ziel hieß schlechtes Wetter und Pyrenäen. (L)

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Die letzten Tage in Marokko

Abgekommen vom Weg genossen wir in letztes Mal die Schlaglochpisten

Die Küstenlandschaft zwischen Essaouira, Casablanca und Rabat war überraschend öde.
Weder sonderlich berühmte Sandstrände, noch spektakuläre Klippen säumten das Meer. Die kahle Grasebene endete einfach irgendwann im Meer.
Deshalb fuhren wir recht schnell von einer Stadt zur nächsten.

Auf halbem Weg zwischen Rabat und Tanger gab jedoch unsere Wasserpumpe im Bad den Geist auf. Wir waren gezwungen Halt zu machen.
Von unserem zweiten Wassertank, der noch nie in Betrieb war, bauten wir die Wasserpumpe aus und installierten sie anstelle der, vermeidlich kaputten, ein.  
Und siehe da, es tat sich immer noch nichts. Es stellte sich heraus, dass der zweite Wasserhahn, der auch als Schalter für die Wasserpumpe dient, hinüber war.

 

Wir machten uns also auf die Suche nach einem Baumarkt, um uns einen neuen Schalter zu kaufen. Leider gab es in dem kleinen, nächstgelegenen Ort nichts dergleichen, jedoch fanden wir, wie der Zufall es will, eine schöne Stelle am Meer.

Die Stadt lag eingekesselt zwischen dem wilden Meer und einer ruhigen Bucht, in der bunte Fischerboote friedlich schaukelten.
Vor dem Meer breitete sich ein ausgiebiger Sandstrand aus und auf der anderen Seite der Bucht, waren gut fünfzig Meter hohe Sanddünen zu sehen.

 

Unser Wasserproblem war vergessen und wir sahen der Sonne zu wie sie hinter dem Meer verschwand.

 

Wir beschlossen die Nacht auf einem Campingplatz zu verbringen, so waren wir auch unabhängig von unserem nicht funktionierendem Wassersystem, und den nächsten Tag am Strand zu genießen.

Zwei Tage später, in Tanger, fanden wir einen Baumarkt und kauften uns zwei handelsüblichen Lichtschalter. Das erste Mal seit geraumer Zeit konnten wir jetzt auch wieder Wasser in der Küche verwenden.

Am Nachmittag, auf der Suche nach einem Platz zum kochen, fanden wir einen Strand, in dessen Nähe ein Schiffswrack auf den Klippen lag.
Beim besten Licht am Abend wollten uns das Ganze von Nahem anschauen und gelangten durch Zufall in die Einfahrt eines privaten Anwesens.
Als wir kehrt machten sahen wir, wie uns ein junger Mann in der Nähe zu schnalzte. Wir kamen näher und er erklärte uns, dass wir hier auf militärischen Grund seien. Als wir ihn fragten, ob man in die Nähe des Wracks käme, meinte er, dass auch die Klippe über dem Wrack noch zum Militärgebiet gehöre.

 

Wir versuchten also vom Strand aus, mit Teleobjektiven, die ein oder andere Aufnahme zu machen, als zwei Soldaten mit Gewehren über den Schultern zu uns kamen. Uns wurde schon mulmig, aber sie schickten uns nur freundlich fort und meinten, hier dürfe nicht fotografiert werden.

Am nächsten Tag war es schon soweit Marokko "lebe wohl" zu sagen.
Überraschend problemlos überquerten wir die Grenze.
Bis auf ein unfreundlichen, spanischen Zollbeamten, der einmal zu allen Türen reinschauten und sich genervt erkundigte, ob der Wagen den versichert sei, winkten uns sonst alle durch.

 

In Ceuta angekommen suchten wir zuerst den nächsten Supermarkt auf, um unsere Lust nach guter Wurst und gutem Schweinefleisch zu stillen.

 

Am Hafen sollte uns diesmal ein Katamaran nach Europa bringen. Das Problem war nur, dass der Stauraum diesmal um einiges tiefer war als der des letzten Schiffs, in dem sogar LKWs Platz fanden.
Nachdem unsere Höhe gemessen wurde, durfte wir dann doch auf das Schiff fahren. Nur zehn Zentimeter blieben uns bis zur Decke.

Auf Deck sahen wir dem Festland zu, das immer kleiner und kleiner wurde. Nur eine Stunde später war unser Erlebnis auf dem neuen Kontinent endgültig vorüber.
Füße und Räder befanden sich wieder auf spanischem Grund. (M)

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Kilometer um Kilometer...

Neues Land in Sicht???

Nun waren wir also wieder auf dem Heimweg. Mit zügigem Tempo fuhren wir an der Küste Marokkos entlang und wurden prompt geblitzt. Nachdem wir die 300 Dirham direkt an den Polizisten entrichtet hatten ging es erst einmal mit gemäßigterem Tempo weiter .


Immer mehr war die Landschaft von Landwirtschaft geprägt und so gab es immer weniger für uns zu sehen. Auch die Straßen wurden immer leerer und waren recht gut ausgebaut.

Eines Abends parkten wir hinter einem Zucchinifeld direkt am Meer . Nachdem wir lecker gekocht hatten, erkundeten wir den Strand und fingen die im Meer versinkende Sonne mit unseren Kameras ein.


Lorenzo hatte eine Kuhkadaver gefunden, von dem nur noch die Knochen geblieben waren und so gab der weiße Kuhschädel ein herrlich bizarres Fotomotiv in der Gischt und dem Salzwasser ab.

Einmal wäre uns fast der Sprit ausgegangen und wir fuhren schon einige Kilometer im Roten Bereich, als wir endlich an die lang ersehnte Tankstelle kamen, die wir bitter nötig hatten.


Sonst gab es für ein paar Tage nicht viel spannendes zu erzählen. Zwischen den traditionellen Feldern standen manchmal riesige Industriekomplexe mit rauchenden Schornsteinen und Förderbändern und Hallen und anderen modernen Dingen, die wie fremde Welten am Ufer des Atlantik anzutreffen waren.


Stahlwerke oder Phosphatproduktionen hatte man dort mitten im Nirgendwo errichtet.

Wir kamen auch an ein paar Fischern vorbei, die wir ausgiebig fotografierten und filmten, was sie zum Glück nicht zu stören schien. Übernachteten hier und da auf Campingplätzen, verbrachten die meißte Zeit jedoch im Auto auf der Straße.

 

Irgendwann kamen wir schließlich nach Casablanca . So viele Hochhäuser hatten wir noch an keinem Ort in Marokko gesehen. Dicht an dicht ragten diese hoch über den engen Straßen auf und der Verkehr war die Hölle.


Zu Sehen gab es dort nur die zweitgrößte Moschee der Welt, die uns aber auch nicht von den Socken haute. Ehrlich gesagt waren wir froh, als wir diese chaotische Stadt nach einem Tag wieder verlassen durften.

Die nächste größere Stadt, durch die wir kamen, war die Hauptstadt Marokkos: Rabat. Anders als Casablanca war sie sehr weitläufig, sauber und modern. Überall wurde gebaut und riesige Verkehrsknoten ließen die Herden aus Autos, Bussen und Motorrädern fließen.


Hier fanden wir einen Parkplatz in der Nähe des Strandes, auf dem eine riesige Festivalbühne aufgebaut war. Das versprach also eine laute Nacht zu werden. Ob so gute Stimmung wie bei den ElectroFallas in Spanien sein würde? Wir bezweifelten es!

 

Um den Tag noch bestmöglichst zu nutzen, besuchten wir die halbfertige Moschee von irgend einem Hassan der Zweite, ein vergangener König Marokkos. Diese gab ein cooles Fotomotiv mit ihren unzähligen Säulen ab, die über den Platz verteilt standen, dort wo die eigentliche Moschee hätte stehen sollen.


Wir warteten die goldene Stunde ab, also die Stunde vor Sonnenuntergang, bei der es das beste Licht zum fotografieren herrschte  und machten uns ans Werk. Drumherum kehrte noch lang keine Ruhe ein, und so schauten wir noch den gewundenen Straßenverläufen zu, durch die sich die roten und weißen Lichter der Autos unter Gehupe entlangschlängelten.

 

Als es Nacht wurde, setzte auch die Musik des Festivals ein. Wir waren schon sehr müde vom anstrengenden Tag, beschlossen aber trotzdem, dem Strand nochmal einen Besuch abzustatten. Bereits auf dem Weg dorthin bemerkten wir die Vier-Generationen-Familien, die in die gleiche Richtung marschierten. Zu unserer Überraschung gerieten wir auf eine riesige Masse aus Leuten, in der Säuglinge ebenso wie alte Greise vertreten waren.


Dabei wurde wild und rücksichtslos getanzt, Kinder wurden durch die Luft geschleudert und gegrölt bis die Marokkaner heiser waren. Gespielt wurde dabei typisch traditionelle marokkanische Volksmusik mit allerlei uns fremden Instrumenten. Wir konnten nicht richtig begreifen, wie Oma und Enkelkinder zusammen "abfeiern" konnten und standen nur steif mitten in der Menschenmenge. Mit den westlichen Partys hatte das hier nichts zu tun.

 

Es herrschte eine so gute Stimmung, die wir selten bei solchen Events gesehen hatten. Wir hingegen wollten rasch schlafen gehen, da diese Art von Festival nicht unserem Geschmack entsprach. Nicht arg viel später verstummten auch die riesigen Lautsprecher und der marokkanische Menschenmob löste sich auf und ging nach Hause. (L)

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Rückfahrt, erster Akt

Ein schlafender Fischer im

Nach genau drei Monaten, besser gesagt 115 Tagen hatten wir einen Wendepunkt auf unserer Reise erreicht.


Der Moment, bei der mehr Sand im unteren Teil der Sanduhr war, als im oberen. An unserem einhundertsechzehnten Tag traten wir unsere Rückreise an.
Eine Fahrt, die genauso ins ungewisse führen würde, wie die Hinfahrt.

 

Zugegeben, unser Ziel war es nie irgendwo anzukommen, vielmehr war der Weg das Ziel. Das klingt zwar recht kitschig und klischeehaft aber bei einer Rundreise, wie wir sie veranstalteten, war das nun mal der Knackpunkt des ganzen Unterfangens.


Wir wollten erleben, entdecken, erfahren. Und genau das hatten wir bis dato getan. Nichts desto trotz führte unser Weg nun nicht länger in Richtung unterer Rand der Weltkarte, sondern wieder Richtung weit entfernte Heimat.

 

Genau genommen führte sie uns am ersten Tag in Richtung Westen, denn unser Plan war es, die Westküste Marokkos, dann Spaniens und Portugal bis hin nach Frankreich entlangzufahren.


Nach gerade einmal einer halben Tagesfahrt erreichten wir den Atlantik . Wir folgten seinem Küstenverlauf einige Kilometer, bis wir beschlossen, in Essaouira zu übernachten, einer recht großen Stadt mit Hafen und Fischmarkt.

Nachdem wir den Hafen mit den vielen beschäftigten Seeleuten erkundet hatten, statteten wir der Medina noch einen kleinen Besuch ab. Diese war gewohnt bunt, aber lange nicht so groß und traditionell, wie wir es von Marrakesch vorgefunden hatten.


Da wir beide keine großen Fischesser sind, machte uns das Angebot aus Fischen aller Größen, die wir nicht benennen konnten, nicht sonderlich an. Nach einer ruhigen Nacht besuchten wir am nächsten Morgen nochmals den Hafen um zu schauen, ob es dort noch etwas spannendes gab.


Dies war aber leider nicht der Fall. Obendrein waren wir völlig zugeparkt von Autos und so warteten wir eine ganze Weile, bis wir endlich weiterfahren konnten.

 

Ironischer Weise waren wir nie am südlichsten Punkt Marokkos. Wer die Form des Landes gerade nicht vor Augen, dem kann man sagen, dass Marokko ein sehr langer Streifen an der westlichen oberen Ecke Afrikas ist. Jedoch ist davon nur die obere Hälfte Urbanisiert und mit Städten gespickt.


Fährt man südlich des Atlas in Richtung Äquator, kommt man recht schnell in die Sahara, die nur sehr spärlich besiedelt ist. Da wir leider weder die Zeit, noch den passenden Offroad-Camper haben, bleibt dieses Gebiet für uns unerschlossen.


Tröstender Weise waren wir ja in Merzouga bereits in der Wüste. Und auf unserem Rückweg wird es sowieso noch tonnenweise tolle Sachen zu sehen geben.
Wir sind auf jeden Fall gespannt! (L)

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Einmal die Welt von oben sehen

Der leichte Riese gleitet lautlos durch die Lüfte

Wooow!!!

Die letzte gesponsorte Tour war ein Heißluftballonflug über Marrakesch.


Ganz spontan und mit wenigen Worten lief die ganze Aktion ab. Der Besitzer, Daniel, schrieb Lorenzo per Whatsapp den Treffpunkt und die Uhrzeit und pünktlich wurden wir dort um kurz vor sechs Uhr morgens abgeholt.


Es war noch finster und das Wetter versprach gute Flugvoraussetzungen, wir waren vorfreudig und gleichzeitig nervös: Es war unser erster Heißluftballonflug.

Erst fuhren wir im Konvoi circa 30 Kilometer aufs Land und filmten nebenher Daniels luxuriösen Vierradwagen, dann wurden zwei riesige Heißluftballons vorbereitet und aufgeblasen.

 

Wir haben es uns natürlich nicht entgehen lassen, einmal IN so einen Luftballon hinein zu gehen und das riesige Luftzelt von Innen zu filmen.

 

Insgesamt wartete eine kleine Gruppe von ungefähr zehn Männern und Frauen unterschiedlichster Herkunft auf den Start.

 

Erst hob der Ballon mit den Special-Gästen ab, ein junges, frisch verheiratetes Paar aus England, dann unser Ballon gespickt mit dem Piloten Hicham und sechs weiteren Passagieren.


Es war ein komisches Gefühl, als der riesige Korb den Kontakt zum Boden verlor. Man hat nicht viel gespürt und langsam glitt man empor.

Heißluftballons werden nur vom Wind getrieben und ein Manövrieren ist somit nicht direkt möglich. Lediglich die Flughöhe des Ballons konnte mit den modernen Gasdüsen reguliert werden.


Diese waren zudem ziemlich laut und zerrissen jäh die Ruhe in bis zu 100 Metern Höhe. Trotzdem war es ein einmaliges Erlebnis.

In der Gondel schien die Zeit stillzustehen und so beobachteten wir die vorbeiziehende Erde unter uns, den zweiten Ballon über uns und die aufgehende Sonne hinter den Bergen am Horizont.


Wir sahen über das weite, flache Land mit seinen einzelnen Sträuchern, schauten vorbeifahrenden Fahrradfahrern und einzelnen Autos zu, die an diesem herrlichen Morgen schon unterwegs waren.

 

Eine Schafsherde, eine Bienenfarm und kleinere Plantagen zogen gemächlich an uns vorbei, während wir sanft auf und ab glitten.


Wenn die Gasdüsen mal nicht für Auftrieb sorgten, war es still im Ballon. Als gleite man wie eine Wolke geräuschlos über die noch schlafende Erde.

Dabei hörte man vereinzelt ein leises Klicken der Kameras, die die Passagiere dabei hatten um diesen einmaligen Moment festzuhalten.


Viel zu schnell ging der Flug vorbei und nach bereits 1,5 Stunden strich die Korbgondel sanft über den Erdboden, während die Helfer drumherum den Ballon bändigten.

 

Inzwischen war es kurz nach acht Uhr und Zeit für eine Stärkung . Nachdem wir mit dem Auto wieder zum Startpunkt gebracht wurden, gab es erst ein typisch marokkanisches Frühstück und anschließend erhielten wir ein eigenes Flugzertifikat mit unserem Namen in arabischen Schriftzeichen. (L)

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Über Stock und Stein

Bei unserer dritten gesponserten Tour ging es actionreich zur Sache. Auf vier Rädern rasten wir über steiniges, schlammiges Terrain in Richtung Atlas Gebirge.

Quad fahren macht Laune!

Mit einer großen französischen Gruppe fuhren wir auf einer zweitägigen Quadtour mit.
"Fuhren mit" hieß allerdings soviel wie: wir fuhren mit den Guides mit, um besser filmen zu können.
Dafür durften wir ein paar Tage später zu zweit einige Stunden selber fahren.


Nachdem die Franzosen in verschiedene, kleinere Gruppen aufgeteilt wurden, konnte es losgehen.

Schlussendlich gab es vier Gruppen, die jeweils von einem Guide geführt wurden.

Zusätzlich gab es zwei Guides, die als Springer eingesetzt wurden. Diese sind mit halsbrecherischem Tempo an den Gruppen hin- und zurück gefahren.
An dem ersten Tag saßen wir beide bei diesen Springern hinten auf dem Quad.
Vorteil daran war die ständig wechselnde Perspektive. Manchmal sind die Guides allerdings mit solchem Tempo, abseits der Strecke und über die schlimmsten Untergründe gefahren, dass wir um unserer eigenen Sicherheit wegen nicht filmten, sondern uns stattdessen nur gut festhielten.


Ohne Schwebestativ war es während der Fahrt erst Recht nicht möglich ein wackelfreies Bild zu filmen. 

Über karg bewachsene Hügel

Nach knapp drei Stunden Fahrt, inklusive einer kleinen Tee Pause, waren wir angekommen.

 

Wider unserer Erwartungen fanden wir diesmal keinen kleinen Platz mit Zelten wie in der Wüste vor, sondern einen riesigen, autarken Campingplatz, der mit knapp 50 Zelten, Swimming Pool, Fußballplatz, Bar, Amphitheater, Wifi usw. ausgestattet war.


Das Herz des Platzes war eine runde Gartenanlage, in dessen Mitte sich eine riesige Lagerfeuerstelle befand. Am Rand der Gartenanlage waren die einzelnen Schlafenszelte, die alle einen einzelnen, kleinen Weg zum Lagerfeuer hatten.


Auf Anhieb fühlten wir uns hier wohl.

Auch waren wir mit unserer Gruppe nicht die einzigen auf dem Platz. Eine größere marokkanische Gruppe feierte am gleichen Abend einen Geburtstag.


Nur ein Problem gab es noch. Für uns wurde kein Zelt reserviert.

Erst wurde uns vom Besitzer gesagt, in einem Zelt würde noch jemand schlafen (um knapp 17 Uhr), derjenige würde aber heute noch auschecken.

Bis dahin könnten wir unserer Sachen bei ihm unterstellen.
Gesagt getan, erwartet uns eine halbe Stunde später die nächste Überraschung.

Das Zelt war doch noch für eine weitere Nacht gebucht. Uns wurde allerdings angeboten, dass wir wieder zur Villa gefahren werden.
Da wollten wir doch lieber am Pool oder in einem der Essenszelte schlafen.

 

Schlussendlich kam es doch nicht so weit. Aus irgendeinem Grund ist ihnen aufgefallen, dass sie doch noch ein freies Zelt hatten.

 

Verköstigt wurden wir in diesen Tagen auch gut. Schon vor der Abfahrt mit den Quads, wurde uns eine Tajine in einem kleinen Essenstand am Straßenrand spendiert.


Am Abend durften wir, gemeinsam mit den Franzosen, mal wieder etwas typisch europäisch Essen. Es gab gebratenes Hähnchen und Pommes. Eigentlich hatte die Gruppe Zitronen- Hähnchen, also ein typisch marokkanisches Gericht bestellt.
Das und, dass das Hähnchen auch noch am Stück vor ihnen auf großen Tellern lag, erpichte sie nicht sonderlich.

Sie ließen die Hähnchen kurzerhand zurückgehen, um es in geschnittener Form nochmal servieren zu lassen.


Wir waren allerdings zufrieden mit dem Essen, zumal wir mal wieder von traditioneller Musik beschallt wurden und die marokkanische Gruppe von nebenan fröhlich zur Musik tanzte.
So hatten wir auch unsere Unterhaltung.

Nach dem Essen wurde das Lagerfeuer angezündet.

Hier war, wahrscheinlich für die marokkanische Gruppe, ein DJ - Pult und Licht aufgebaut und als das Lagerfeuer nach kurzer Zeit meterhoch brannte, wurde um das Feuer wild weiter getanzt.
Für uns natürlich ein guter Grund unser Equipment auszupacken. Noch Stunden später stoben die Funken gen Nachthimmel und auch die tanzende Gesellschaft wurde nicht müde. Nur uns, so schien es, fielen die Augen so langsam zu.

Leider hatten wir auf dem Rückweg weniger Glück mit den Guides.

Diesmal waren wir bei den zwei letzten Gruppen dabei. Die Gruppen waren nach Können sortiert und je nach Können fuhren die einzelnen Gruppen mehr oder weniger anspruchsvolle Streckenabschnitte.

Bei der letzten Gruppe handelte sich es um zwei Frauen und einen Mann, die mit Schneckentempo die Wege entlangkrochen.
Uns fielen auf den Rücksitzen der Guides schon wieder fast die Augen zu.
Während einer Pause konnten wir dann zu Glück zu einer der vorderen Gruppe wechseln.

 

Viel zu schnell war die Tour am späten Mittag vorbei. Noch einmal wurde gut gegessen, diesmal auch typisch marokkanisch, und dann war es vorbei.


Das nächste Event stand aber schon am nächsten Morgen an.
Dort sollte es hoch hinaus gehen! (M)

Abschluss der Gruppen bildete ein 4x4 Fahrzeug für Notfälle
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Ein Leben im Luxus...

Ein riesiges Anwesen, wir haben es fast für uns allein!

Freundlich nachfragen bringt einem manchmal mehr ein, als man sich erhofft.
So nämlich auch uns. Doch zuvor muss ein bisschen ausgeholt werden, um die ganze Geschichte zu erzählen.

 

Wir, Lorenzo und Marius, haben leider noch keinen Topf voll Gold am Ende des Regenbogens gefunden und all die schönen Touren, die wir hier in Marokko machen, wurden uns durch Kooperationen mit Reiseveranstaltern ermöglicht.


Viele EMails haben wir an alle Arten von Unternehmen gesendet und unverbindlich angefragt, ob sie uns Touren finanzieren, wenn wir für sie filmen.

 

Glücklicherweise haben drei geantwortet. Die Reiseagentur aus Deutschland, mit denen wir bereits den Kochkurs und die Wüstentour gemacht hatten, ein Quadtourveranstalter und ein Heißluftballonpilot, von dem in den nächsten Tagen noch der genauere Bericht folgt.


Dieser Blogartikel handelt nun vom zweiterem. Doch wieso heißt er dann "Ein Leben in der Luxusvilla"?

Ganz einfach. Noch bevor wir überhaupt die Quadtour gemacht hatten, fragte der Chef bei uns an, ob wir für ein "GuestHouse" in Marrakesch nicht auch ein Filmchen drehen wollten. Wir bekämen auch zwei Nächte gratis.

 

Nachdem wir uns die Webseite angeschaut hatten, stimmten wir sofort, und mit offenem Mund, zu.

 

Dieses GuestHouse war in Wirklichkeit ein riesiges Anwesen mit Pool und mehreren kleinen luxurösen Villen.

Dort angekommen wurden wir von dem freundlichen Butler Zacharia begrüßt.
Am nächsten Morgen sollte das Filmen losgehen.

 

Nachdem wir den Besitzer Sahid getroffen hatten, welchen wir sehr sympathisch fanden stellte dieser uns seinen Freund Haziz zur Seite, der eine genaue Vorstellung davon hatte, wie das Werbevideo für das Anwesen aussehen sollte.


Den ganzen Tag filmten wir, Haziz richtete Tische im Garten und überhäufte die Betten mit Rosenblättern, zupfte hier und dort herum, damit alles perfekt aussah.

 

Wir nahmen uns Zeit und filmten in Ruhe alles ab, wobei wir bereits wussten, dass das Video auf jeden Fall sehr gut werden würde.

 

Haziz wuselte zwischen uns immer hin und her und war so lustig anzusehen mit seinem schicken Outfit und seiner hohen arabischen Stimme. "Zachariiaaa! Zaaachaariiiaa!! Yallah!" Rief er immer und scheuchte den armen Butler hin und her.

 

Wir bekamen drei Mal am Tag richtige Festessen serviert, wobei Tajine und immer das gleiche typisch Marokkanische Frühstück irgendwann recht langweilig wurde. Nicht, dass es nicht geschmeckt hätte, aber irgend wann holte Lorenzo doch das Nutella aus dem Camper und schmierte es sich morgens afs Brot.


Insgesamt verbrachten wir fast eine Woche dort und Sahid und Haziz schleppten immer neue Sachen an, die wir fotografieren sollten. Von Federballnetzen, über eine Chillout-Sitzkissen-Ecke bis hin zur geklauten Speisekarte aus irgend einem fremden Restaurant war alles dabei.

 

In dieser Woche machten wir noch zwei Quadtouren und eine Heißluftballonfahrt. Alles in allem hatten wir danach wirklich ALLES erlebt, was es in Marrakesch zu erleben gab.

 

Das ganze Team vom Guesthouse, samt Sahid und Haziz sind uns richtig ans Herz gewachsen und wir haben uns gut mit ihnen verstanden. Mustapha, der andere Sahid Zacharia und der Gärtner wohnten fest im Anwesen und standen rund um die Uhr zur Verfügung.


Trotzdem sind wir nun froh, weiter Richtung Küste zu düsen, denn es gibt noch so viel zu sehen und in vier Wochen sind wir bereits wieder zu Hause.

Von links nach rechts: Lorenzo, Haziz, der Andere, den wir nicht kennen, Sahid, Marius
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Millionen Sandkörner; Millionen Sterne

Mit der Karawane in die Sahara

Unser zweiter gesponserter Ausflug stand an. Nachdem wir mal wieder eine Nacht im Hotel genossen haben ging es am späten Nachmittag des nächsten Tages zur Wüste und Dromedar Tour.
Am Startpunkt angekommen machten wir Bekanntschaft mit den weiteren Teilnehmern der Tour:
Eine fünfköpfige Familie aus Arizona, zwei junge Frauen aus den Niederlanden und ein junges Pärchen aus München.
Zum Glück waren alle damit einverstanden gefilmt zu werden und zudem gaben die Amerikaner, allesamt mit Turban ausgestattet, ein tolles Bild ab.

v. l. n. r. Münchener Pärchen, Family Pofahl, zwei Niederlänerinnen, wir

Nachdem die Dromedare gesattelt waren, das Gepäck verstaut war und alle glücklich auf den knapp zwei Meter hohen Wüstenschiffen saßen konnte es losgehen.
Eines der elf Tiere ging jedoch ohne Reiter in das Sandmeer.

Wir haben uns dazu entschlossen, dass jeder einen Weg neben der Karawane herläuft um zu filmen und fotografieren.
Zwar gingen die beiden Guides, die die Karawane führten, auch zu Fuß, allerdings mussten sie nicht für die beste Perspektive nicht von einer zur anderen Düne sprinten und die Hitze und den Wüstensand waren sie auch besser gewöhnt.
Nach kurzer Zeit war Marius' Kopf hochrot gefärbt, während der Rest entspannt auf ihren Dromedaren saßen.

Als wir an dem kleinen, bunten Zeltlager ankamen, stand die Sonne schon tief am Horizont.
Das deutsche Pärchen setzte sich an einen kleinen Tisch auf einer Düne und beobachtete wie die Schatten meterlang wurden und wie sich die Farben am Himmel von Minute zu Minute änderten.
Die Kinder aus Arizona kamen dagegen nicht zur Ruhe. Sie tollten im Sand herum und hatten einen Heidenspaß die Dünen auf und ab zu sprinten. Lorenzo hatte nicht weniger Spaß Ihnen mit dem Schwebestativ hinterherzurennen.

Als die Sonne hinter den Wellen aus Sand verschwunden war, wurde zum Tee und Abendessen gerufen.
Zwar hätte das Essen für dreimal soviel Leute gereicht, aber es hat allen gemundet. Während dem Essen wurde über das Reisen und verschiedene Länder und deren Sitten diskutiert und philosophiert. Die Stimmung war ausgelassen und alle haben sich wunderbar verstanden.


Nach dem Essen wurden wir von unseren beiden Dromedarführern weiter unterhalten. Mit Trommeln und den sogenannten "Qerqabat", knochenförmige Metallklappern, wurde für uns musiziert. Später wurden dann noch weitere Trommeln verteilt und jeder der wollte, konnte sich darin versuchen, mit den anderen im Takt zu jammen.

Bald schon fingen die Sterne über unseren Köpfen an zu glitzern und die Trommelrunde fing an sich aufzulösen. Die Leute begannen die Sterne zu beobachten, Sternschnuppen zu zählen oder genossen die Stille der Wüstennacht.
Kaum hätten wir ein besseres Datum für diese Wüstentour wählen können. In dieser Nacht war Neumond, das hieß, dass die Sterne besonders gut zu sehen waren.

Selbst mit bloßem Auge konnte man um knapp zwei Uhr nachts die Milchstraße erkennen. Auch das schlechte Wetter war Schnee von gestern.

Die Nacht verbrachten wir also, dick eingemummelt in Decken, unter freiem Himmel direkt neben der Kamera.
Ohne Zweifel haben wir in dieser Nacht unsere bisher besten Milchstraßenfotografien gemacht.

Am nächsten Morgen wurden wir früh geweckt, um den Sonnenaufgang zu sehen.

Dieser war, besonders nach dem Sternenhimmel der vergangenen Nacht, leider nicht so spektakulär.

So ging es schnell wieder zurück und diesmal musste Lorenzo, schwer bepackt mit Stativ und Teleobjektiv, von Düne zu Düne hetzen.
Nach ca. 1,5h waren wir wieder am Hotel. Müde und hungrig, aber mit Bildern im Kopf, die wir nicht mehr vergessen werden. (M)

Das entstandene Video:

Das Video zum Blogeintrag "Ein kulinarischer Hochgenuss"

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Einmal quer durchs Land

Kilometerweit nur gerade aus...

Nachdem wir nun mehrere Tage in Marrakesch verbracht hatten, ging es für uns weiter in Richtung Sahara.


Glücklicherweise haben wir durch die Kooperation mit der deutschen Reiseagentur neben dem Kochkurs eine hoffentlich atemberaubende Kameltour durch die Wüste gesponsort bekommen.

 

Doch zuerst galt es dort hinzugelangen. Unser Ziel hieß Merzouga, ein kleines Städtchen direkt am Rande der Sahara.


Also machten wir uns auf den Weg. In Marokko ist es so, dass man keine 20 km weit fahren muss um in völlig andere Welten zu gelangen. Knapp 350 km sollte die ganze Strecke lang werden.


Nachdem wir das Flachland Marrakeschs hinter uns gelassen hatten und die Straßen endlich wieder Kurven machten, folgte das Atlas-Gebirge. Es ist für seine Edelsteine und Fossilien bekannt, die uns folglich hinter jeder Biegung von Straßenverkäufern entgegengehalten wurden.

 

Nach und nach schlängelten wir uns die Bergketten entlang, wobei es nicht wenige Male sehr eng auf den Straßen wurde und wir teilweise nur noch auf Schotter fuhren. Wir kamen an einem Unfall kurz vorm höchsten Punkt vorbei und reihten uns fröhlich in die LKW-Schlange ein. Es war schon dunkel und so beschlossen wir nicht viel später, einen Platz zum schlafen zu suchen.

 

Am morgen wurden wir dann wieder von einem Edelsteinverkäufer geweckt, der uns perfekt geformte, hohle Steine mit roten und lila, oder gelb-grünen Kristallformationen verkaufen wollte. An sich sahen diese Schmuckstücke schon schön aus, nur wussten wir, dass es Fälschungen waren.


Als es dann wieder Tal abwärts ging, leuchtete zu unserem Schrecken unsere Bremskontrollleuchte. Wenn diese leuchtet, bedeutet das, dass etwas mit der Bremse nicht stimmt. Nach ein paar Kilometern erlosch sie allerdings wieder.

Wir passierten die Filmstadt Ouarzazate, in der unter anderem Indiana Jones gedreht wurde und übernachteten eine zweite Nacht an einem recht großen See.

 

Stecken geblieben sind wir übrigens auch. Nachdem wir die richtige Abzweigung verfehlt hatten, standen wir auf puderweichem, roten Sand und hatten die Reifen schon eingegraben. Nach ein paar gekonnten Fahrmanövern, gelang es uns zum Glück das Auto doch freizufahren. Welch ein Abenteuer!

 

Je weiter wir in den Osten kamen, desto heißer wurde es. Nachdem wir das Atlasgebirge hinter uns gelassen hatten, kamen wieder die geraden Straßen. Man könnte behaupten vom Atlas bis zur Wüste gibt es nur zwei Hand voll Kurven auf 130 Kilometern.


Stundenlang fuhren wir geradeaus, dann durch kleine Örtchen, dann wieder geradeaus. Zu sehen gab es ganz viel nichts und davon reichlich. Bevor die Wüste anfing, kam die Steppe. Leer, knochentrocken, flach, langweilig.

 

Zugegeben, solches Luftflimmern haben wir zuvor noch nirgends gesehen, aber die kilometerweiten Kieselsteinwüsten waren jetzt nicht unbedingt das Gelbe vom Ei.


Links und rechts am Straßenrand gab es kleine Wegmarkierungen, die die Kilometeranzahl bis zu unserem Ziel anzeigten. Die Hauptstraße, welche auch die einzige Straße dort war, führte einmal quer durchs ganze Land bis nach Merzouga

 

Dort angekommen endete die Straße urplötzlich und das riesige Sandmeer Sahara füllte unser Blickfeld. Natürlich stapften wir erst einmal einige hundert Meter in den Sand, bis um uns herum keine Zivilisation mehr zu sehen war. Wir erblickten auch eine der vielen Karawanen, doch wo waren die Kamele?


Ein wohl weit verbreitetes Vorurteil über die beliebten und bekannten Wüstenschiffe der Sahara müssen wir an dieser Stelle entkräftigen. Wir haben kein einziges Kamel gesehen in der Wüste. Die Karawanentiere waren alle samt Dromedare, hatten also nur ein, anstatt der zwei Höcker.


Aber das bremste die Begeisterung natürlich nicht.

Wir checkten auf einem billigen Campingplatz ein, da wir noch ein paar Tage zu früh waren und genossen erst einmal die schöne Saharaatmosphäre.

 

Der nächste Morgen war ernüchternd. Als wir aus dem Fenster blickten, sahen wir lange Rinnsale aus Wasser, die die scheiben hinunterliefen. Es regnete. IN DER SAHARA.


Nur um das nochmal zusammenzufassen: Wir sind jetzt über 3000 km gefahren um eine klatschnasse Wüste zu erleben? Ist das dein Ernst, Natur?

 

Außerdem windete es unabdingbar, was bei Flachland nicht verwunderlich ist. So verbrachten wir fast zwei Tage im Camper und uns wurde sogar langweilig...


Wir plauderten mit unseren deutschen Nachbarn, ein seniler alter Herr mit Edelsteinfetisch und seine Frau, und warteten ab, bis denn irgend was spannendes passierte.
Nichts geschah, also beschlossen wir zu einem nahegelegenen See zu fahren. Er lag direkt am Wüstenrand und welch Verwunderung, er war ausgetrocknet.

 

Trotzdem bot er ein sehr andersartigen Anblick und wir kurvten munter auf weiten Fläche umher .

 

Am dritten Tag war es dann doch nochmal gutes Wetter und zum Sonnenuntergang kletterten wir auf die höchste Düne, die wir fanden. Zusammen mit anderen Touris hielten wir dem enormen Wind dort oben stand und blickten gen Horizont auf die untergehende Sonne.

 

Ein wirklich einmaliger Anblick... Solange man nicht jeden Abend auf diese Düne klettert und den Tageszeitenwechsel beobachtet.

Am nächsten Morgen machten wir uns dann auf zu unserem Hotel, welches wir für eine Nacht gratis bekommen würden.


Nach ca. 40 km Fahrt kamen wir mitten in einem heftigen Sandsturm dort an. An der Rezeption fragte der junge Herr nach unserem Voucher, welchen wir ihm auf dem Handy auch vorlegten.

 

Genervt fing er dann an zu sagen, dass das so nicht ginge, wir müssen ihn ausdrucken, damit er das schwarz auf weiß zum anfassen auf Papier hätte. Wir wollten ihm klarmachen, dass wir leider keinen Tintenstrahldrucker oder ähnliches im Camper verbaut hatten und wir schlicht nicht die Möglichkeit hatten, diesen Wisch auszudrucken.

 

Er zeigte sich uneinsichtlich und rief kurzerhand den Chef an. Lorenzo telefonierte erst mit dem Chef, dann wurde er an den Reiseveranstalter in Marokko weitergeleitet, telefonierte mit diesem und kam zu dem Schluss, dass das auch ohne Voucher ginge.
Das wurde dem Mann an der Rezeption klar gemacht und er ließ uns widerwillig einchecken.
Nun standen wir in einem sehr schönen Zimmer, hatten einen Außenpool, Bad, ein Kingsize Bett, aber die zwei wichtigsten Dinge fehlten: Essen und Internet.

 

Letzteres gab es nur in der Rezeption und dort auch nicht immer . Mal funktionierte es, mal nicht. Ärgerlich.

 

Zu Abend aßen wir im hausinternen Restaurant. Natürlich gab es Tarjine, das typische Touri-essen in Marokko, plus Vor- und Nachspeise.


Das Essen an sich, war nicht unbedingt schlecht. Aber das Preis-Leistungsverhältnis stimmte einfach nicht. Halb so viel Geld, wie das Zimmer gekostet hätte, ließen wir im Restaurant zurück.


Und das Restaurant ließ uns mit halb leerem Magen zurück. Sehr schade.

Immerhin konnten wir uns auf die Dromedartour am nächsten Tag freuen... (L)

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Ein kulinarischer Hochgenuss

Was gibt es schöneres als kochen und essen?

 

Noch besser wenn man dabei neue kulinarische Geschmäcker entdecken darf.

Und am aller besten, wenn man dafür nichts zahlen muss und zu aller feinstem Bild - und Videomaterial kommt.

 

Tatsächlich haben wir es geschafft mit einer deutschen Reiseorganisation zu kooperieren.

Diese hat uns einen marokkanischen Kochkurs bezahlt, im Austausch haben wir ihnen dazu einem kleinen Werbespot gedreht

 

Inbegriffen waren außerdem zwei Nächte in einem kleinen, edlen Hotel in der Innenstadt Marrakeschs.

Wir nutzen die gute Lage des Hotels um am ersten Nachmittag die Medina und Souks zu erkunden.

Es ging vorbei an dem jüdischen Gewürzviertel in Richtung des wichtigsten Platzes Marrakeschs, dem Djemaa el Fna.

Auf diesem tummeln sich Touristen und Verkäufer gleichermaßen. 

Allerdings ist es einem unmöglich weiter als 50 Meter zu gehen ohne von Verkäufern angesprochen zu werden.

In der Mitte des Djemaa el Fna reihen sich dutzende Essensstände auf, die durchnummeriert sind.

Vor jedem stand steht ein, meist junger, Marokkaner, der mit der Speisekarte rumfuchtelt und sich furchtbar um dein Wohlergehen sorgt.

Dabei wird auch mit kreativen Sprüchen nicht gespart: "Twenty-five, stay alive!"

 

Um die Essensstände sind die Orangensaftstände aufzufinden, die sich genauso um dein Wohlergehen sorgen und ihre Säfte an den Mann bringen wollen.

Rein zufälligerweise verlangen sie allesamt den selben Preis von 5 Dirham (ca. 50 Cent).

 

Um die Orangensaftstände wiederum tummeln sich exotische Tanzgruppen, traditionelle Musiker, diverse Schlangenbeschwörer, Menschen mit kostümierte Berberäffchen und einige bunte Kutschen. 

Als wir am Mittag durch die Essensstände flanierten, haben wir an einem der Grills eine recht große Flamme gesehen.

Nichts ahnend meinte Marius: "ich geh das mal filmen".

Sekunden später machte sich plötzlich ein Tumult breit. Einige Marokkaner entfernten hektisch die brennbare Decke des Stands, es wurde sich zugerufen und eine Menschentraube sammelte sich vor dem Stand. Die Flammen waren mittlerweile auf einen guten Meter gewachsen. Spätestens jetzt wurde uns klar, dass das ganze ganz und gar nicht gewollt war. Wenig später gelang es einem jungen Mann mit Hilfe von zwei Feuerlöschern den Brand zu löschen.

Hinter dem Platz fangen die Souks Marrakeschs an, die ähnlich wie in Fés, allerlei Krims-Krams verkaufen. Hier in Marrakesch sind die Souks aber unserer Meinung irgendwie schöner. weniger rustikal und derb, dafür noch bunter und voller.

Handeln in der Mittagshitze

Am nächsten Tag trafen wir, an dem morgens leeren Platz, Fatima, eine junge Marokkanerin und unsere Kochlehrerin für diesen Tag.

 

Die Tour fing natürlich mit dem frischen Einkaufen der Zutaten in der Medina an.

Zuerst ging es in einen Gewürzladen, an dessen Wand sich dutzende Fläschchen und die verschiedensten Gewürze türmten.

Hier wurden uns die verschiedensten Gewürze zur Geruchsprobe unter die Nase gehalten und kosten durften wir sie danach natürlich auch.

Zum Abschluss gab es noch marokkanischen Tee, "Spezial-Art", mit Minzekristallen versetzt.

Die Minze war so stark, dass uns allein vom Dampf die Augen tränten und nach einem Schluck brannten unsere Nebenhöhlen.

Gegen eine Erkältung ist der Tee aber mit Sicherheit sehr effektiv.

Nachdem wir eine Gewürzmischung und unsere Geruchsproben geschenkt bekommen haben, ging es weiter Richtung Lebensmittelmarkt.

Angekommen kauften wir an einem Gemüsestand Tomaten, Auberginen, Knoblauch, Erbsen, Zwiebeln und rote Beete, an einem anderen grüne und schwarze Oliven, der nächste verkaufte uns Couscous und Brot und an einer Fleischerei wurde frisch für uns ein Huhn geschlachtet.

Nicht gerade etwas für zart besaitete, aber eine authentische Darbietung der marokkanischen Kultur.

Danach ging es zum Kochen einige Kilometer aus der Stadt zu einem kleinem Berberhäuschen mit wunderschönem Palmen- und Olivengarten.

Dort gab es, mal wieder, Tee und marokkanisches Fladenbrot, das, in Ziegenkäse und Olivenöl getunkt, von uns gierig verspeist wurde.
 
Währenddessen wurde für uns, von einer älteren Berberin, die nur arabisch sprach, das Gemüse gewaschen.

Gestärkt ging es ans kochen.

Zwiebeln und Knoblauch wurden fein geschnitten, die Erbsen gepellt, Tomaten geschält und gewürfelt.

Dann wurde die Hähnchenbrust mit eingelegter Zitrone gewürzt und gewässert und die Mischung in das Stückchen Fleisch einmassiert.

Das ganze kam dann in die Tajine, ein kegelförmiges Tongefäß, das mit Kohlen erhitzt wird und indem das Gericht Dampfgegart werden kann.

Schon jetzt duftete das Ganze wundervoll.

Nun war Handarbeit angesagt. Mit einem Miniaturblasebalg haben wir die Kohle zum glühen gebracht, bis die Tajine fröhlich köchelte.

Während das Hähnchen simmerte, bereiteten wir gemeinsam noch ein paar Beilagen vor:

einen Tomaten-Auberginen Dip, eine Art Frühlingsrollen mit den Hähnchenfleischresten, ein rote Beete Salat und natürlich der Couscous.

Dann war es endlich soweit, das große Festmahl konnte starten.

Eine Nachspeise wurde zu unserer Überraschung sogar auch noch serviert.

Ein Glas Orangen-Gurken Drink.

Was für den Europäer zwar nach einer komischen Mischung klingt, hat in Wirklichkeit aber sehr gut geschmeckt und war angenehm erfrischend obendrein.

 

Ganz am Schluss blieben nur noch leere Gläser, Teller und Schüsseln und zwei sehr zufriedene Gesichter. (M)

v. l. n. r. Lorenzo, Berberfrau, Fatima, Marius
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Entdeckungstouren am Wegesrand

Entdecken gehört zum Reisen, wie die Wolken an den Himmel.

Am Abgrund, doch über dem Rest der Welt!

So finden wir auf jeder Strecke kleine und größere Schönheiten am Wegesrand.

Auf dem Weg zum Herzen Marokkos finden wir einen türkisen See inmitten eines großen, dunkelgrünen Waldes.
Der See ist vielleicht für Touristen ein Geheimtipp, jedoch nicht für die Einheimischen. Diese tummeln sich in Scharen um den kleinen See um zu picknicken, zu grillen und Tee zu trinken.

Angekommen sehen wir Klippen, die in einem Wald über dem See gen Himmel ragen.
Die Entdeckungstour geht also zu Fuß, den steilen steinigen Wald hinauf. Nach einer guten Stunde Kletterei kommen wir auf einem der Felsvorsprünge an. Während die Menschen nur noch klein wie Ameisen am Rande des Sees zu sehen sind, genießen wir den atemberaubenden Blick in das Tal.

Auf dem Rückweg finden wir noch eine Höhle zwischen zwei Klippen, die dutzende Meter in den Berg ragt.

Am nächsten Tag finden wir eine verfallene, rote Ruine, die auf genauso rotem Lehmuntergrund auf einer kleinen Anhöhe stand. Von dem ehemaligen Anwesen waren oft nur noch die Mauern zusehen, die Decken waren eingestürzt und das Dach aus Holz und Lehm mit Gras überwuchert.
Das einzige Unvergängliche scheint ein riesiger dunkelgrüner Olivenbaum im Hof des Hauses zu sein.

Eine vergessene Schönheit die wir am Wegesrand wiederentdecken. 

Nicht immer entdecken wir aus eigener Kraft, oft geben uns Reiseführer, Internet und co. Tipps was es wert ist zu besichtigen. So sind wir im Reiseführer auf die "Cascades D'ouzoud" gestoßen, die wir uns nicht entgehen lassen wollten.

Kein einheimischer Geheimtipp, aber trotz Tourismus sind die weiß-schäumenden Wassermassen die ins Tal stürzen beeindruckend.
Nur wenige Meter von dem Wasserfall entfernt schaukeln auf dem Fluss unterhalb des Wasserfalls kleine bunte Flösse, die, von jungen Marokkanern gesteuert, willige Touristen in die Gischt rudern.
Die beste Location an dem Wasserfall, ein Fels der vor dem Wasserfall aus dem Wasser ragt, ist ein so beliebtes Fotomotiv, dass man für ein Foto sogar anstehen muss. (M)

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Wasserdampf und keine Grotte

Auf dem Weg zur Grotte in Taza zischt und dampft es plötzlich; die Kühlwassertemperatur ist im roten Bereich.
Schnell auf den nächsten Parkplatz und die Daumen drücken, dass wir das Problem beheben können.

.
Doch unsere Hoffnung erfüllt sich leider nicht. Nach einem dutzend Stopps, einem halben Wassertank weniger und nach mehreren Entlüftungsversuchen, sind wir nur gefühlte zwei Kilometer voran gekommen und der Lösung kein Stückchen näher.


Auf einem Parkplatz machen wir erneut halt und tüfteln an dem Problem herum, als uns ein marokkanisches Mädchen und ein junger Mann ansprechen. Die beiden fragen freundlich, ob sie uns helfen können und empfehlen uns eine Werkstatt in der Nähe.
Am Schluss will das Marokko-Mädel dann sogar noch ein Selfie mit Lorenzo.

 

Irgendwie schaffen wir es dann doch ohne die Hilfe eines Mechanikers den Berg hinauf. 

Doch dort erwartet nur die nächste Enttäuschung auf uns.
Am Eingang wird uns erklärt, dass man die Grotte nicht mit professionellem Kameraequipment betreten darf.
Wir sollen uns bei der Nationalparkverwaltung für eine Sondergenehmigung melden.


Niedergeschlagen machen wir uns wieder Richtung Taza-Stadt auf. Bergab, im Leerlauf und mit viel Fahrtwind kocht uns das Kühlwasser wenigstens nicht über.

Den ganzen Abend verbringen wir damit, in der Stadt nach offenen Wlan-Netzwerken zu suchen, um dann im Internet nach unserem Kühlwasserproblem zu recherchieren.


Mitten in der Nacht, auf dem Rückweg, fahren wir an einem Anhalter vorbei. Mehr aus Spaß frägt Marius: "Nehmen wir den mit?"
Einen Augenschlag später stehen wir am Straßenrand und der alte Mann erklärt uns, dass er Künstler ist und er ca. zwanzig Kilometer entfernt in einem kleinen Dorf lebt.
Und so kommt eines zum anderen: wir fragen ihn, ob wir ihn am nächsten Tag filmen dürfen, dafür würden wir ihn jetzt die weite Strecke nach hause nehmen.
Er sagt bereitwillig zu.

 

Mal wieder geht's zu dritt weiter und wie aus Geisterhand wird unser Kühlwasser auch nicht mehr zu heiß.
Eine halbe Stunde später sitzen wir in seiner kleinen Wohnung und genießen unseren ersten marokkanischen Tee.

 

 

Was haben wir aus diesem Tag gelernt?
Selbst an den schlimmsten Tagen bekommst du diese eine Gelegenheiten, die den Tag auf den Kopf stellt.
Die Frage ist nur, ob du die Chance ergreifst. (M)

Fouad lädt uns zum Tee ein
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Drohungen und Irrwege in Fes

Der nächste längere Zwischenstopp hieß Fes.
In der riesigen Stadt am Rande des Rifs, trafen wir zum ersten Mal auf das richtige Stadtleben in Marokko.


Da wir erst abends ankamen, erkundeten wir einfach die Umgebung um unseren Parkplatz.

Als es bereits dunkel war, landeten wir in einem ominösen Ghetto-Lebensmittel-Markt. Dicht an dicht drängten die Stände und wir waren die einzigen Nichtmarokkaner . Heimlich versuchten wir zu filmen und zu fotografieren, da Muslime das nicht gerne sehen, aber die Sache stellte sich als ziemlich schwierig heraus.


Nachdem wir den Markt durchquert hatten, wurden wir von einer Gruppe Jugendlicher angesprochen und gewarnt, dass es in dieser Region sehr gefährlich werden könne für uns.


Deshalb entschlossen wir uns, zurück zum Camper zu gehen und die Erkundungstour auf den nächsten Tag zu verschieben.

Gesagt, getan. Wir übernachteten außerhalb der Stadt und besuchten am folgenden Tag die Medina von Fes.


Wir wurden verschlungen von einem ewigen Wirrwarr aus kleinen Gassen, die von einer Million bunter Schuhe, glitzernder Anhänger, orientalischen Instrumenten, abstrakten Kunstwerken, verlockenden Süßigkeiten und nochmal so viele Dinge, die wir alle gar nicht benennen konnten, geschmückt waren.


Überall wimmelte es von Leuten und Kindern. Auf arabisch rief man sich quer über die Straße Sätze zu, Kinder wuselten umher, einige Bettler fragten nach Geld und dann gab es da noch eine weitere Gruppe von Leuten.

Alle zwei Meter wurden wir erst freundlich begrüßt, um dann in den Laden gewunken zu werden, uns wurden Restaurants um drei Ecken empfohlen und die Menschen wurden immer aufdringlicher, je tiefer wir kamen.

 

Inzwischen genervt von all den Leuten, die sich an uns bereichern wollten, bogen wir kurzerhand in eine kleine Seitengasse ab. Zum richtig filmen und fotografieren sind wir wieder nicht gekommen. Die Ladenbesitzer wollten natürlich sofort Geld sehen, wenn man ihren Stand fotografierte.


Auf Dauer würde uns das zu teuer werden, bei der Menge an Bildern, die wir gerne geschossen hätten.

 

Dann hörten wir eine Stimme hinter uns. "Hello, not this way", sagte ein hagerer Junge in unserem Alter.


Wir ignorierten ihn erst und gingen immer tiefer in die Medina. Schon lange wussten wir nicht mehr, wo es hinaus gehen würde und wir hatten keine andere Wahl, als vorwärts zu gehen.


Der Junge erzählte uns, dass bereits vier Deutsche in den Medinas abgestochen wurden und hoffte wohl, uns einzuschüchtern. Wir waren in die Wohnviertel der Medina gelangt, wo sich eigentlich keine Touristen rumtreiben (sollten).

 

Irgendwann liefen wir mit unserem neuen "Guide" nur noch im Kreis und als wir dann aufgefordert wurden, ihm Geld zu geben, damit er uns wieder rausführt, bekamen wir es dann doch etwas mit der Angst zu tun.
Inzwischen hatte sich ein Freund zu ihm gesellt und es stand zwei gegen zwei.

 

"Give me money, then Au Revoir" hat er immer gesagt. Nachdem wir noch eine Weile umhergeirrt sind und mit ihm verhandelt haben und gesagt, dass er uns überhaupt nichts gezeigt hätte, dieser selbst ernannte Guide, gaben wir auf und reichten ihm ein paar Münzen.

 

"No coins, I want paper money" kam darauf hin in seinem marokkanischen Englisch.
Das war uns dann echt zu dreißt. Wir liefen weiter, bis wir eine kleine Gruppe Marokkaner trafen, in der Hoffnung, diese würden dem Schabernack ein Ende bereiten.

 

Unterwegs drohte er uns immer noch "I beat you! Don't fuck with me, I'll fuck you!!!"
Die Fremden fielen uns dann noch zu allem Entsetzen in den Rücken und sagten, wir sollen diesem "armen Jungen" doch etwas Geld geben.

Glücklicherweise kamen in genau diesem Moment zwei eindeutige Touris mit ihrem richtigen Guide vorbei, an die wir uns einfach drangehängt haben.


I-beat-you und sein Kollege verschwanden darauf hin endlich. Nach kurzer Zeit drehte sich einer der Touristen um, fragte, wieso wir sie verfolgen würden. Lorenzo erklärte die Situation und als sich herausgestellt hatte, dass das Pärchen auch aus Deutschland ist und uns anbot, aus der Medina zu führen, waren wir sehr erleichtert. (L)

 

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Und weiter geht's durchs Rif

Weiter im Rif-Gebirge ging es in Richtung Fes, der größten Stadt der Gebirgskette.
Der Weg dort hin war jedoch überaus schwierig zu bewältigen: Die "Straße", nennen wir sie besser Kraterweg, konnte nur noch im Schritttempo befahren werden und Abzweigungen gab es keine, an denen wir uns hätten verfahren können.


Wir kamen an kleinen, einsamen Dörfchen vorbei, erkundeten ein zerfallenes Gotteshaus und übernachteten direkt am Ufer eines riesigen Stausees. Dort übte sich Marius das erste Mal im Feuerspucken und zauberte mit dem zuvor gekauften Maismehl und Petrolium, meterlange Stichflammen.

 

So langsam ließen wir den Cannabisgeruch hinter uns und nachdem wir inzwischen knapp 20 Mal an zwei Tagen gefragt wurden, ob wir Drogen wollen, waren wir auch sehr froh darüber.


Die Landschaft wurde zunehmends trockener und jeden Abend hatte sich eine Staubschicht auf unseren Möbeln gesammelt, die es zu beseitigen galt.

Als wir einen Blick auf die Karte warfen, stellten wir mit Ernüchterung fest, dass wir nicht sehr weit gekommen waren in Marokko. Die Hälfte unserer Reisezeit war allerdings bald schon erreicht... (L)

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Zwischen fünfzehn Kilometern liegen Welten

Am Donnerstag "früh" machten wir uns endlich auf zum Fährhafen. Schon beim Ticketverkauf wurden wir gewarnt, dass sich am Hafen Trickbetrüger tummeln, die sich als offizielle Fährmitarbeiter ausgeben und einem das Geld aus der Tasche ziehen.
Kaum im Hafengebiet angekommen, versuchen uns die Besagten auf Parkplätze heraus zu lotsen oder uns am Straßenrand anzuhalten.
Das ganze geht so weit, dass noch wenige Meter vor der offiziellen Schranke ein Mann versucht uns anzuhalten.

 

Wieso dagegen nichts unternommen wird, ist uns nicht klar.

Auf der Fähre, während wir gerade fleißig am filmen und fotografieren sind, werden wir plötzlich von einem Passagier in unserem Alter in gebrochenen Deutsch angesprochen.
Sein Name ist Rali, ein gebürtiger Marokkaner, der längere Zeit in Deutschland gewohnt hat, ist auf dem Weg seine Familie zu besuchen.
Spontan entscheiden wir, ihn über die Grenze mitzunehmen.

 

Auf dem neuen Kontinent angekommen, schnuppern wir, nachdem wir die Abfahrt von der Fähre fast verpasst habe, das erste Mal die Luft einer neuen und völlig fremden Kultur.
Am Zoll geht es wild zur Sache. Zwei deutsch sprechende Marokkaner helfen uns durch die Prozedur der Einreise und bis sie Geld von uns verlangen, ist uns nicht klar, dass sie keine offiziellen Mitarbeiter des Zolls sind.
Obwohl Rali uns auch vor "Helfern", Trickbetrügern und Bettlern gewarnt hat, war ihm das anscheinend auch nicht bewusst.

 

Auch der Straßenverkehr in Marokko sei laut Rali tückisch. Doch abgesehen von der ersten Großstadt, die etwas hektisch war, haben wir uns recht schnell an die marokkanischen Autofahrer gewöhnt.
Die Straßen hier sind aber eine andere Sache. Auf dem Weg Richtung Rif Gebirge endet plötzlich die ordentlich ausgebaute Straße und ist nur noch eine mehr einspurige mit Schlaglöchern übersäte Fahrbahn. Oft fehlt der Teer ganz und es bleibt nur noch eine kleine Schotterpiste.
Bei Gegenverkehr heißt es ausweichen in den Straßengraben.
So geht es meistens mit gemächlichen dreißig Sachen voran und die Gänge vier und fünf werden nur höchst selten eingelegt.

 

Rali wollte nach der Grenze schnell abgesetzt werden. Ob er uns nur nicht sein Elternhaus zeigen wollte, oder unsere Überfahrt zum Schmuggel genutzt hat, wissen wir nicht. Seine Finger hat er jedenfalls bei sich behalten.

 

Während an der Grenze noch versucht wurde, mit Grenzpapieren und co. Profit aus dem Tourismus zu schlagen, wird im Rif Gebirge mit ganz anderer Ware gehandelt. 
Dass das Rif Gebirge Marihuana-Anbaugebiet Nummer 1 in Marokko ist, ist allein am Cannabis Geruch, der süßlich in der Luft hängt, zu erkennen.

Ohne das Auto verlassen zu müssen, werden wir von überholenden Autos zum Handel herausgewinkt, ein Motorradfahrer ruft durch unser offenes Fenster ob wir Interesse haben.
Und damit ist nicht Schluss. An unserm Schlafplatz verwickelt uns ein junger Mann namens Abdou ins Gespräch und lässt sich nicht abschütteln. Wir sind gezwungen zu fliehen...

Auf dem Weg durchs Rif passierten wir noch das malerische Städtchen Chefchaouen, dessen Häuser in Himmelblau und weiß wie Wolken am Himmel aussehen. Auf den ersten Metern sehen Wir ein paar Kätzchen, die sich auf einen am Boden ausgebreiteten Schafsfell räkeln.

Ein Augenschmaus für Film und Foto.

Außerdem sind die Kätzchen im Gegensatz zu den Marokkanern weniger Kamerascheu. (M)

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Die letzte Etappe vor Marokko

Die letzten Zwei Etappen vor Marokko waren Ronda und Gibraltar . Natürlich wollten wir so viel Filmen wie möglich und nachdem wir inmitten grüner Hügel mit weiten Getreidefeldern übernachtet hatten, erreichten wir kurze Zeit später Ronda . Eine Stadt auf zwei riesigen Felsen, die von einer Hohen Brücke zusammengehalten wird. Wir flogen mit der Drohne umher und machten allerlei Fotos.

Es waren nun fast zwei Monate vergangen und wir waren immer noch nicht in Marokko. Deswegen beschlossen wir möglichst Rasch nach Algeciras zu fahren, von wo unsere Fähre gehen würde.

 

zuvor machten wir allerdings noch einen Ausflug in das britische Gibraltar, denn dort wollten wir die berühmten Affen besuchen. Die Tiere faszinierten uns von der ersten Sekunde an und wir fotografierten bis in die Abendstunden. (L)

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Die Stille zwischen Zehntausend Menschen

In der Semana Santa herrscht eine düstere Stimmung. . .

Semana Santa ist wohl das größte religiöse Event in Spanien. Millionen Menschen kommen nach Sevilla um eine Woche lang Prozessionen mitzuerleben und den Tod und die Auferstehung Jesu an Ostern zu preisen.


Wir wollten uns dieses Event natürlich nicht entgehen lassen, nachdem Jose davon geschwärmt hatte.

Jeder Nazareno hatte eine lange Kerze.

Die Prozessionen waren nicht schwer zu finden. Ein geeigneten Platz zum Filmen hingegen schon. Oft standen wir in den letzten Reihen, während 20 Meter vor uns die Menschen mit ihren hohen Kapuzen entlangschlichen.


Immer wenn eine Prozession an den Menschen vorbeizog, wurde es mucksmäuschenstill und keiner traute sich etwas zu sagen. Der Auslöser der Kamera klang dann umso lauter und während die Menschen um uns herum alles in ihrer Stille genossen, kamen wir uns komisch vor , das ganze Geschehen möglichst professionell zu filmen. Leider war es ziemlich dunkel und gute Aufnahmen waren schwer zu erhaschen.

 

Nach ein paar Stunden fingen unsere Füße an zu schmerzen und wir brauchten eine Pause. In Spanien gibt es ein Phänomen, welches in Deutschland ziemlich unüblich ist. Ist man bei Events unterwegs und wird durstig, steht an irgend einer Ecke immer ein Peruaner und verkauft gekühltes Bier aus seinem Rucksack . Man erkennt ihn am, in die Luft gestreckten Arm, der von einer Bierdose gekrönt ist, aus der er in regelmäßigen Abständen selbst trinkt.


Man weiß auch immer, ob es gleich zu regnen beginnt, denn bevor der feuchte Nass von oben kommt, sieht man überall Schwarze, die Passanten Regenschirme andrehen. Bei den stundenlangen Prozessionen, bei denen man mehr wartet, als zuschaut, sitzen alle auf kleinen dreibeinigen Schemeln, die von Asiaten verkauft werden. "Wollen Sie Stuhl kaufen?" werden wir in asiatischem Spanisch oft gefragt.

Die Statuen waren sehr aufwendig mit Gold verziert.

Wir beschlossen uns das Geld zu sparen und setzen uns einfach, wie viele Andere auf den Boden.
Nachdem wir den Prozessionsplan endlich einmal verstanden hatten, bereiteten wir uns auf die letzte Prozession diesen Morgens besonders gut vor. Wir stellten uns einfach vor das Kirchentor, aus dem sie kommen würde. In der Hoffnung, dass wir mit offiziellen Pressefotografen verwechselt wurden, reckten wir extra unsere Kameras vor uns umher damit sie ja auch jeder sehen konnte.


Bis auf einen Rollstuhlfahrer, der sich den Platz noch länger reserviert hatte, als wir, beschwerte sich niemand über das unfaire Vordrängeln.

Als diese Prozession dann die Kirche verlies, wurde es plötzlich ganz still und nach einigen Momenten begann in der Stille eine einzelne Frau an zu singen.
Gänsehaut pur!!!

Die schwarzen Nazarenos in einer engen Gasse

Die Prozessionen sahen für uns immer gleich aus. Vorne eine riesige laufende Kiste mit einer Szene aus der Kreuzigung Jesu drauf, die von bis zu 60 Leuten getragen wurde, von denen man nur die Füße unter der Kiste sah.
Dann kamen die grusligen Menschen mit ihren Spitzen Hüten, die sogenannten Nazarenos und zum Schluss die Jungfrau auf einer weiteren laufenden Kiste mit hunderten Kerzen. Dahinter kam manchmal noch ein Orchester, das uns stets eine riesige Gänsehaut auf die Arme spielte. So eine Prozession ging bis zu 12 Stunden, wobei sie sich immer weit durch die engen Gassen Sevillas schlängelte und alle 20 Meter Pause machte, damit die Kistenträger sich erholen konnten.

Nach 12 Stunden Umherirren in Sevilla kamen wir morgens um zehn Uhr am Camper an. (L)

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Die drei Wasserzeichen

Marius auf dem Grat des Cabo del Gata

Die Reise nach Sevilla zu den Osterprozessionen bestreiten wir zu dritt.
Laut Horoskop kann der Reise nichts im Wege stehen, da wir alle drei Wasserzeichen sind. Jose der Skorpion, Lorenzo der Fisch und Marius der Krebs.
Im Nachhinein kann man behaupten, dass das Horoskop, mit gewissen Up's und Down's, Recht behalten hat.

 

Es beginnt mit einem herzlichen Abschied bei unseren Freunden Anibal und Laura, bei denen Jose untergekommen ist.
Auch das Wetter in Valencia scheint uns zu vermissen und so regnet es fast den ganzen Tag über. Eine wahre Seltenheit hier in Spanien.
Jose scheint das Wetter zu inspirieren. Er schreibt ein Drehbuch namens "The Germans", indem es darum geht, wie wir ihn getroffen und mitgenommen haben.

Am Abend drängt uns der Spritmangel in eine kleinere, mexikanisch wirkende Stadt, in der wir zufällig einen kostenlosen Parkplatz, mit öffentlichen Toiletten, speziell für Wohnmobile finden. Einen solchen Luxus schlagen wir nicht aus.
Angekommen macht sich Jose, getrieben von seiner Nikotinsucht, auf die Suche nach Zigaretten. Knapp zehn Minuten später staunen wir nicht schlecht, als er, neben seiner Schachtel Zigaretten, auch noch zwei Jobangebote zum Camper zurück bringt.
Ein Friseursalon, der nach einem neuen Mitarbeiter suchte, und ein Fotograf, der einen Make -up Artist brauchte, scheinen sogleich gefallen an ihm gefunden zu haben.

Ein einsames Fischerboot vor der steilen Küste

Der nächste Tag beginnt zu ungewöhnlich früher Stunde. Wir wollen das erste Licht des Morgens im Nationalpark "El Gato" zum Filmen und Fotografieren nutzen.
Angekommen fühlen wir uns wie in einer isländischen Bucht. Der Sand ist schwarz an den Seiten säumen steinige Vulkansteinklippen das kleine Fischerdorf ein.
Das Wasser ist glasklar und verschwimmt von kräftigem Türkis zu einem tiefen Blau.
Wir kommen aus dem Staunen fast nicht mehr raus, besonders, nachdem wir auf einen der Berge über dem Meer geklettert sind und einen kilometerweiten Blick entlang der Küste und ins Landesinnere haben.

Abends zaubert uns Jose leckere, mit Schweinefleisch und roten Bohnen gefüllte, Tortillas. "Auntie Jose", den Namen hat sich Jose bei Laura und Anibal erarbeitet, kümmert sich die Tage gut um uns und insbesondere unsere Ernährung. Lang werden wir wohl nicht mehr so oft warm essen und soviel Geschirr waschen müssen.
Nachdem wir wohl gesättigt sind erkunden wir noch etwas Almeria. Wir sehen die erste Fähre, die wahrscheinlich von Marokko kommt und auch in unsere erste Osterprozessionen stolpern wir . Die vermummten Gestalten, die an den Ku-Klux-Klan erinnern, und Weihrauch, der die Straßen und Sinne vernebelt, bereiten uns schon jetzt eine Gänsehaut.

Unser Camper läuft zum Glück wieder ohne Probleme und so überrollen wir am Mittwoch den ersten kleinen Meilenstein, die 270 000km, auf unserem Zähler.
Granada, der nächste Stopp, stellt unsere Geduld auf die Probe. Angekommen wollen wir erst keine billige Tankstelle finden und danach scheiterte es am Parkplatz.
Der Parkplatz an der Alhambra, Palast und Wahrzeichen der Stadt, ist horrend teuer und die Innenstadt bietet keine kostenlosen nahe gelegenen Parkplätze.
Nur dank App und öffentlichem Internet in einem Kaufhaus finden wir dann doch noch einen guten Platz.

Alhambra in Granada

Und die Mühe soll sich gelohnt haben. Granada's Altstadt ist etwas besonderes. Mittelalterliche Burgen, die aber arabisch angehaucht sind, die Gebäude weiß, oft mit Porzellan verziert. Straßenkünstler, die an Harfen zupfen oder mit kehliger Stimme singen, Verkäufer die an kleinen Ständen Schmuck aller Art oder marokkanische Stoffe anpreisen.
Die kuriosesten Gestalten scheinen in Granada's Gassen umherzuwandeln.

Am Donnerstag erreichen wir Sevilla und ab hier trennen sich vorerst Jose's und unsere Wege.
Jose kommt bei seinem Cousin in Sevilla unter, während wir uns auf einem Campingparkplatz stellen.

 

 

Das Resumé der Tage mit Jose: anstrengend, zu wenig Schlaf, Maßen an neuem Material;
aber: It was fun. Definitely. (M)

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Kriegsgebiet Valencia - Zwischen Feuer, Explosionen und Menschenmassen

Madre mia, tio. Die Fallas... Was soll man dazu schreiben? Sie sind Nummer eins in unserem Reiseführer, der sehenswertesten Events in ganz Spanien. Ein alter Brauch, welcher in Valencia riesig zelebriert wird. Dabei baut jedes Viertel große, karikaturistische Statuen aus Pappmaché und Holz, welche am Ende der Festwoche unter großem Gejubel verbrannt werden.

 

Eine riesige Falla in der Innenstadt

Zusätzlich verwandelt sich die ganze Stadt in ein akustisches Kriegsgebiet, denn es werden von morgens bis abends Böller in allen Größen und Lautstärken gezündet. Jeden Tag gibt es richtige Feuerwerkskonzerte, die Mascletas, bei denen die Innenstadt mit einem ohrenbetäubenden Lärm aus Explosion und Knallgeräuschen erfüllt wird. Jeden Morgen dachten wir von neuem, dass um uns der Krieg ausgebrochen sei, aber als wir aus dem Fenster schauten, waren es jedes Mal, kleine Jungs, die stolz ihre Knaller anzündeten und wahllos wegwarfen.


Am Anfang fanden wir das natürlich genauso cool, aber mit der Zeit sank die Begeisterung für die Kracher . Wir haben ein ungefähr 8 Jahre altes Mädchen gesehen, die im Kinderwagen saß, ihrer Mutter alle paar Sekunden einen Böller hingehalten hat, welchen diese immer brav angezündet hat. Dann hat das kleine Mädchen das Stängchen Schwarzpulver achtlos und mit leerem Blick über die Schulter geworfen. "Muy bien!", entgegnete die Mutter daraufhin und zündete den nächsten Böller an.

In jedem Viertel gab es ein Festzelt vor dem allerlei große und kleine Talente für Unterhaltung sorgten...

Von Tag zu Tag erkundeten wir die Innenstadt aufs Neue, in der sich stets riesige Menschenmengen tummelten. Immer besser kannten wir uns in den Straßen Valencias aus und wir entdeckten immer neue, wachsende Fallas in den verschiedenen Vierteln. Oft trafen wir uns mit Jose, um gemeinsam mit ihm auf Fotojagd zu gehen. Kein Wunder, war das DIE Nummer eins im Reiseführer. Neben den absolut fantastischen Fallas, gab es an jeder Ecke etwas zu sehen. Überall verkauften Afrikaner ihren Ramsch, und der Duft von Churros und anderen Leckereien erfüllte die Luft.

 

Ein weiteres Highlight waren die typischen Trachten der Frauen, die in einem schier endloschen Marsch von zwei Tagen, Blumen zur "Jungfrau" brachten, welche zu ihrem Gewand zusammengesteckt wurden. Tausende Menschen strömten aus allen Himmelsrichtungen und das Vorankommen wurde sehr schwierig.

Durch die ganze Stadt zog sich die Parade von festlich gekleideten Leuten.

Die letzten drei Abende gab es zusätzlich zum alltäglichen Geböller noch ein richtiges Feuerwerk, welches Nachts in unzähligen Farben und Formen über der Stadt leuchtete.

 

Leider wurden alle Fallas am letzten Tag zur gleichen Uhrzeit verbrannt und so suchten wir uns die größten und schönsten heraus und sicherten uns früh einen guten Platz.

 

Mit einer letzten, lauten Böllerkette wurde das bunte Monument entzündet. Flammen loderten auf und schlängelten sich am bunten Papier empor . Hitze stach uns ins Gesicht und plötzlich fing die ganze Menge an, zurückzuweichen und wir wurden unweigerlich zurückgedrängt.

Die letzte und größte Statue. Ihr Feuer brannte 30 Meter hoch.

Nach nur wenigen Momenten brannte die 8 Stockwerke hohe Statue lichterloh und die ersten Teile fingen an, herunterzufallen. Die Luft wurde von feinen Sprühregen, Asche und Rauch durchzogen. Es war spektakulär.

 

Funken stiegen auf in den Himmel und die Nacht wurde zum Tag gemacht. Wir, inmitten zigtausender Menschen genossen die Atmosphäre mit dem Gedanken, dass es für uns bald weiter in Richtung Süden gehen würde.  (L)

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24 Stunden wach

Während unserem Abstecher haben wir die Nachricht von Jose bekommen, dass wir am Freitag Abend Presseeintritte für ein großes Raptunier bekommen haben.
Anibal nimmt daran auch teil. Also planten wir am Freitag wieder zurück nach Valencia zu fahren. Gesagt getan, machten wir uns am Freitag, nachdem wir ausgeschlafen haben, wieder auf nach Valencia.


Gerade noch pünktlich kamen wir nach sechs bis sieben Stunden pausenloser Fahrt wieder in Valencia an.

 

Angekommen fanden wir heraus, dass Jose garnicht auf das Rapbattle mitkommt. Er hat stattdessen freien Eintritt für ein Techno und EDM - Event namens "Electrofallas" bekommen.


Das Problem dabei: uns wurden auch Karten versprochen und nachdem wir uns das letztjährige Aftermovie angeguckt haben, hatten wir auch gehörig Lust dort hinzugehen.
Der Eintritt für das Rapkonzert war für uns somit leider nur der Trostpreis. Dennoch war es, besonders im Vergleich zum letzten Rapkonzert, spannend anzusehen und zu filmen.


Außerdem beschlossen wir uns dazu, die Electrofallas von Außen anzugucken und dann, je nach Lust und Laune, auch reinzugehen.

Wir hofften um zwölf Richtung Electrofallas aufzubrechen, doch das Rapbattle zog sich sehr in die Länge und zu allem Unglück war Anibal's Band auch noch einer der Letzten.

Wir wurden langsam ungedulgig. Um halb eins hat Anibals Band dann endlich angefangen, und um halb zwei standen wir vor dem Eventplatz und, wer hätte es gedacht, entschlossen uns, uns dieses Event zu gönnen.


Bis in den Sonnenaufgang tanzten und feierten wir zur Musik von Nicky Romeo, Quentin Mosimann, Dj Nano und vielen mehr und zum ersten Mal war das filmen für uns Nebensache; wir hatten nur die kleine Actionkamera dabei. (M)

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Ritterburgen und Milchstraße

Die Milchstraße im Hinterland von Spanien

Da es noch eine Weile dauerte bis die spektakulären Fallas beginnen würden, beschlossen wir, einen Abstecher nach  Madrid zu machen und Zentralspanien zu erkunden.


Am Dienstag fuhren wir in Richtung Landesmitte. Schnell änderte sich die Landschaft und aus steinigem Weinland wurden unendliche Weiten von brach liegendem Ackerland.


Man sagt ja immer, Männer würden nicht in Farben unterscheiden und Erde sei immer braun, doch sahen wir tausend Tönungen des trockenen Bodens. Rostbraun, Ocker, Kupferfarben, Bronze, Gelbbraun und Tiefrot sind nur einige Farben, die wir hätten nennen können.


Durchsetzt von kurzem, stoppligen Gras reihte sich ein Feld an das andere und die Stunden vergingen, ohne dass wir ein Haus sahen. Nicht einmal Radioempfang gab es auf unserem Weg nach Madrid.

 

Dort angekommen, suchten wir uns seit langem mal wieder einen Campingplatz, auf dem wir in Ruhe unsere Daten verarbeiten konnten. Zu allem Übel, war dieser teuer, die Bäder wurden renoviert und so waren die Toiletten nachts geschlossen und duschen konnten wir überhaupt nicht.

Blick auf die nächtliche Autobahn, die mitten durch Madrid führt

Am nächsten Tag beschlossen wir, Madrid zu erkunden. Mittags machten wir uns auf in Richtung Stadtzentrum zum Prado, einem riesigen Kunstmuseum. Wir gingen nicht hinein, es war schon zu spät, als dass es sich gelohnt hätte und zu teuer war es uns zudem auch.
Abends erkundeten wir dann noch die Innenstadt mit ihren winzigen Bars und Läden. Nach Barcelona hatten wir gelernt, dass Großstädte keine guten Motive abgeben und nur mit Glück fand man etwas sehenswertes, was dann mit Sorgfalt abgelichtet wurde.

 

Als wir am Freitag Morgen aufwachten und aus dem Fenster schauten, stellten wir belustigt fest, dass sich auf dem großen Parkplatz um uns herum ein Markt aufgebaut hatte, auf dem Obst und Gemüse neben Omaunterwäsche und anderem Ramsch angeboten wurden.

Toledo im goldenen Morgenlicht

Wir bahnten uns einen Weg zwischen den parkenden Autos und machten uns weiter auf in Richtung Toledo.

 

Diese riesige mittelalterliche Burg-Stadt thronte hoch über einen Fluss und man fühlte sich sofort um 500 Jahre zurückversetzt. Wir beschlossen, früh ins Bett zu gehen um am nächsten Morgen vor Sonnenaufgang zurückzukommen. Das taten wir auch und nachdem wir von einem Hügel, auf dem man die ganze Stadt überblicken konnte, wunderbare Fotos gemacht hatten, erkundeten wir noch das Innere dieser riesigen Burganlage.


Toledo war für sein feines Gold- und Schmiedehandwerk, sowie für die Keramikverarbeitung bekannt. In vielen Schaufenstern konnten wir meisterhafte Goldteller und edel geschmiedete Schwerter und Rüstungen bestaunen. Abends fuhren wir weiter in das östlich gelegene Gebirge und fotografierten die Sterne.


Die Nächte waren kalt und wir frohren unter unseren Decken. Doch konnte man vom Fenster aus ein riesiges Tal überblicken, über welchem Nachts die Milchstraße leuchtete.

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Wiedersehen mit alten und neuen Freunden

Joses Unterwäsche
Joses Unterwäsche

Eine Woche voller neuer Eindrücke und Bekanntschaften stand uns bevor. Nach dem Wiedersehen mit Jose und seinen Freunden, Anibal und Laura, die ihn für eine Zeit aufgenommen hatten, folgte eine anstrengende Woche.


Wir verbrachten den ersten Abend in sehr guter Gesellschaft. Auch Laura und Anibal drehen Werbefilme in ihrer kleinen Firma und so begutachteten wir gegenseitig unsere Videos und tauschten Tipps aus.


Später stießen dann noch Augustin und seine Frau Irene dazu und es wurde bis spät getanzt, gelacht und geredet. Anibal, welcher leidenschaftlich rappt, hat uns dann noch ein paar persönliche Zeilen gedichtet und für uns auf spanisch gefreestylet.
Wir sind jetzt seine hermanos und schätzen einander sehr.

Von links nach rechts: Lorenzo, Jose, Marius, Agustin, Anibal, Laura, Irene

Unglücklicherweise ist uns vor kurzem unser Propan zum Kochen ausgegangen. An diversen Tankstellen und im Baumarkt wurden wir nur mit Unwissenheit abgeschüttelt und auch das Internet brachte anfangs kein Ergebnis.


Dann haben Jose und Laura ein bisschen herumtelefoniert und herausgefunden, dass Propan in Spanien illegal ist. Ups... In einem kleinen Krimskramsladen wollten wir dann versuchen, einen Anschluss für die hier üblichen Butanflaschen, zu finden.


Auch das scheiterte. Schlussendlich fanden wir es für die beste Idee uns einfach einen portablen, kleinen Butankocher zu kaufen. Jetzt leben wir wieder auf der richtigen Seite des Gesetzes.

 

Die ganze Truppe besuchte später noch ein kleines Frauen-Rap-Battle, welches sich aber als riesen Flop herausstellte. Mieser Sound, keine Stimmung und mittelmäßige Rapperinnen, soweit wir das beurteilen konnten. Also beschlossen wir, stattdessen in einer Bar einen trinken zu gehen.
Gemeinsam mit Jose schmiedeten wir dort Pläne für unser weiteres Vorgehen. Doch wie bis jetzt immer, sollte natürlich alles anders kommen wie geplant.

Jose macht lieber Selfies, anstatt den Rapperinnen zuzuhören

Ein ganz besonderes Highlight, war der Sonnenaufgang über dem Meer, den wir mit Augustin, Anibal, Jose, Laura und Irene filmten und fotografierten. Nachdem wir ihn fast verpasst hätten, weil die Hälfte getrödelt hat; wer kann es zu so einer frühen Zeit verübeln, wurde dieses Projekt doch noch ein voller Erfolg.


Wir hatten nämlich geplant, Anibal am Strand bei aufgehender Sonne zu filmen wie er rappt. Gesagt, getan. Mit der Drohne filmten wir ihn auf einer kleinen Steinformation, während vor ihm die Sonne den Himmel in ein tiefes Orange tränkte und er bedeutungsschwangere Worte dem Ozean entgegenrappte. Indes sprang Jose, freudig, wie ein kleines Kind hin und her und knippste viele Bilder von uns, dem Sonnenaufgang, eigentlich von allem.


Nachdem wir dann nach einem morgentlichen Kaffee und ein kleines Venedig erkundet hatten, machten wir uns auf zu einem alten Fabrikgelände. Durch ein kleines Loch in der Mauer stiegen wir auf ein, von unendlich viel Müll übersähtes, Areal, auf welchem nur noch Teile eines ehemaligen, großen Gebäudekomplexes standen. Vorsichtig tasteten wir uns vor und bemerkten, dass dort eine Hand voll Obdachloser hausten. Anibal, der mit dem harten Leben der Straße vertraut war, regelte die Sache allerdings und nach freundlichem Nachfragen durften wir dort filmen und wurden in Ruhe gelassen.

 

Das alte Fabrikgelände bot wunderschöne Bilder: Unter wunderschönen Grafitis stapelte sich der Müll, den die Obdachlosen produzierten. Jose, mit seiner kleinen, gelben Kamera bewaffnet, machte sich sofort auf, diese aus allen Blickwinkeln zu fotografieren, wo hingegen wir noch einmal Anibal filmten.

 

Seht euch HIER das Ergebnis an.


Danach ruhten wir uns erst einmal nach diesem anstrengenden Morgen aus.

Den darauf folgenden Tag verbrachten wir mit Jose. Drehten mit ihm ein kleines Interview und erkundeten die Stadt. Anschließend schnitt er Marius noch die Haare in einer Spontanaktion. Dadurch haben wir wahrscheinlich etwas in ihm ausgelöst:
Jose möchte sich nun einen Namen als "The Travelling Cutter" machen und Leuten auf der Straße die Haare schneiden. Wir sind gespannt, was aus dieser verrückten Idee wird.

 

 

Nach einer Woche Action liegen wir nun ordentlich im Verzug mit Datenverarbeitung und Blogschreiben. Dabei soll es noch nicht mal unsere anstrengendste Woche gewesen sein. Denn bald würden die sogenannten Fallas beginnen. Eine Festwoche, bei der in Valencia von Morgens bis Abends geböllert wird und zudem riesige Statuen gebaut werden, die am Ende in einem großen Spektakel verbrannt werden. (L)

Jose schneidet Marius die Haare
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Die weiße Insel in Valencia

Am Rande der engen und dreckigen Stadt Valencia liegt die Ciudad de las Artes y las Ciencias, ein riesiger Gebäudepark mit weitläufigen Plätzen und von gigantischen Wasserbecken umgebenen Museen, sowie einer futuristisch wirkenden Oper .
Die Fassaden der riesigen Gebäude sind alle mit kleinen Mosaiksteinen überzogen und die moderne Architektur beeindruckt auf ganzer Linie. Alles ist in modernem weiß gehalten und die Hohen Gebäude stechen schon von Weitem ins Auge.

 

Nachdem wir die erste Nacht in Valencia auf einem Campinplatz verbracht hatten, beschlossen wir erst einmal für ein paar Tage am  Straßenrand zu campen.
Glücklicher Weise fanden wir einen abgelegenen Parkplatz in einer Querstraße, welcher sogar einen öffentlichen WLAN-Hotspot in Reichweite hatte.
Die nächsten Tage sollte dieser Parkplatz unser Zuhause werden, auf den wir jeden Abend zurückkehrten. Inzwischen machten wir uns keine Sorgen mehr, dass die Polizei uns vertreiben würde. Sind sie doch mehrmals ohne Kommentar an unserem Camper vorbeigefahren.

 

Voller Entdeckerfreude machten wir uns daran, Die Ciudad zu erkunden... (L)

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Kuss, der untergehenden Sonne

In einem unglaublich surreal wirkenden Lichtspiel blickten wir auf zwei untergehende Sonnen, die sich am Horizont zu küssen schienen. Der Himmel blutrot gefärbt, genossen wir die letzten Sonnenstrahlen des Tages.


Ein einsamer Fischer fuhr geräuschlos über den See und kümmerte sich um seine Netze .

Wie ein riesiges Wesen hob und senkte sich ein Schwarm von Möwen und erfüllte die abendliche Stille mit Gekrächze.


Dazwischen standen stolze Graureier auf einsamen, aus dem flachen Wasser aufragenden, Holzpfählen und beobachteten, wie versteinert, das Geschehen.
Die rote Sonne verschwand allmählich erst hinter den weit entfernten Wolken am Horizont, dann hinter ihm selbst.


Wir wussten nicht, wie lange wir da standen, oder was um uns herum passierte. Für einen Moment war diese sterbende Sonne, alles, wofür wir lebten.

Plötzlich war es Nacht. (L)

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On the Road again...

Endlich weiter. Endlich frei. Endlich wohl und zuhause fühlen.

Wir lassen die Landschaft wieder am Fenster vorbei ziehen.

Es geht vorbei an dem Aquädukt in Tarragona, auf dessen Rand wir uns todesmutig setzen, vorbei an Reisfeldern, Salzbecken und Naturschutzgebieten in Deltebre.
Wir filmen Kitesurfer und Flamingos, wie wir auf sandigem Dünenweg eine Landbrücke entlangdüsen.
Die Tage verfliegen und im Nu sind wir in Valencia.

Dank strahlendem Sonnenschein können wir auch das erste Mal allein mit Solarenergie ein Video schneiden.

 

Vier Wochen sind wir schon unterwegs. (M)

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Zehn Tage Stillstand

Nach inzwischen zehn Tagen in Sitges geht es heute Abend nun endlich weiter . Mit den Nerven völlig am Ende und mit beträchtlich geringerem Kontostand reisen wir nun endlich weiter .
Was haben wir uns aufgeregt über diese völlig inkompetente Werkstatt. Viel zu modern für unser Auto, hatte sie keine Ahnung und wir stießen auf keinerlei Hilfe. Doch lest selbst, wieso wir fast an die Decke gegangen sind und beinahe die Werkstatt samt anliegendem Autohaus in Schutt und Asche gelegt hätten.

 

 

Dienstag:
- Peugeot kommt in die Werkstatt.
- Die "Alte" (Chefin von diesem Drecksladen) sagt:"Bis morgen wissen wir , was repariert werden muss."
- Wir versuchen zu Helfen, MALEN das defekte Teil auf und schreiben daneben, dass das Kugellager kaputt ist
- Keiner hört uns zu und wir werden mit einer Handgeste abgewunken
- In der Hoffnung auf schnelle Reparatur buchen wir ein Hotel, welches zum Glück der Autoclub Europa drei Tage bezahlt
- Wir rechnen damit, dass diese drei Tage reichen, doch weit gefehlt!

 

Mittwoch:
- Wir laufen zur Werkstatt um uns nach der Lage zu erkundigen. Die Zeichnung und das Auto befinden sich 1:1 noch an der verdammt genau selben Stelle wie davor
- Wir sind frustriert und denken uns: Morgen schauen sie sich das an

Marius an der Küste. Zu steinig für das Longboard

Donnerstag:
- Das Auto steht immer noch an der selben Stelle, allerdings haben sie es sich angeschaut... Immerhin...
- Die Alte erklärt uns mit Hilfe eines Mechanikers aus der Nachbarwerkstatt, welcher Englisch spricht, dass es das Ersatzteil nicht gibt
- Man wird das komplette Lenkgetriebe ausbauen, nach Barcelona schicken und dort wird es dann repariert.
- Kosten: 300€ Reparatur in Barcelona und 400€ Ein- und Ausbau
- Wir sind frustriert
- Wir gehen filmen
- Lernen zwei Freiburger kennen, die auch mit dem Camper unterwegs sind und unterhalten uns mit ihnen

 

Freitag:
- Unser letzter Tag im, vom Autoclub Europa bezahlten, Hotel.
- Wir suchen uns die billigste Unterkunft heraus, die Reparatur kostet schließlich genug
- In Sitges finden wir ein Hostel mit Mehrbettzimmern
- Mit der Aussage, dass die Werkstatt heute mit dem Ausbau anfängt, latschen wir 8 km nach Sitges.
- Voraussichtliche Fertigstellung laut Vertrag: Dienstag, 23.02
- Wir beziehen unser Zimmer und haben zwei Mitbewohner: ein Typ, der Nachmittags immer schläft und Jose, ein homosexueller Art Director

Sitges liegt direkt am Strand

Samstag:
- Wir chillen
- Machen nähere Bekanntschaft mit Jose und seinem Freund Isaac

 

Sonntag:
- im Hostel findet ein Jazzkonzert statt
- Jose hat einen komischen Freundeskreis aus ehemaligen, Grafikdesignern, Hundebesitzer, die ihr Haustier mit Gewalt trainieren und diverse andere kuriose Gestalten

Montag:
- Wir bestatten der Alten und unserer Lieblingswerkstatt einen Besuch ab
- Das Auto steht immer noch unberührt da
- Die Werkstatt ist seit Freitag zur Erkenntnis gekommen, dass das Auto zu hoch für das Garagentor ist
- Wir rasten innerlich aus, beleidigen die Alte und verfluchen die Werkstatt
- Der neue Plan: Der Camper kommt in eine neue Werkstatt, die das kaputte Teil demontiert und dann wird es nach Barcelona geschickt, repariert und wieder eingebaut.
- Am gleichen Tag wurde das Auto noch abgeschleppt
- Nachteil: Die neue Werkstatt verlangt 150€ mehr als die Alte für den Ein- und Ausbau
- Wir latschen zurück zum Hostel

 

Dienstag:
- Wir latschen wieder zur Werkstatt um denen dort etwas in den Hintern zu treten
- Mit Erstaunen stellen wir fest, dass sie das Teil am Morgen schon demontiert haben
- Theorethisch sollte es am Abend in Barcelona sein und am Donnerstag repariert
- Wir latschen wieder zur Werkstatt und verbringen den Abend mit Jose und Isaac


Mittwoch:
- Lorenzo hat Geburtstag
- Zum Abendessen gibt es Hamburger

Zur Abwechslung gönnen wir uns statt Baguette und Wurst Hamburger mit Spiegelei und Ketchupdip

Donnerstag:
-Wir latschen zur Werkstatt
- Die Alte ruft Paul , den "Übersetzer". Lorenzo versteht bereits bei der Alten, dass es riesen Probleme gibt.
- Barcelona kann das kaputte Teil auch nicht reparieren, da ihnen zufälligerweise ein Kugellager fehlt, welches nicht mehr produziert wird
- Der Plan: Sie bestellen dieses Lager in Deutschland und am Montag kommt es in Barcelona an. Unser Auto führe dann wieder am Mittwoch
- Wir ticken beide aus. Lassen unsere Wut an Paul aus, sagen ihm, dass wir das Problem AUFGEMALT haben, damit diese Deppen das blicken.
- Innerhalb einer Woche haben diese Idioten das rausgefunden, was wir ihnen hätten in 15 Minuten erklären können
- Selbst Paul schüttelte den Kopf über die Unfähigkeit dieser Werkstatt
- Wir nehmen die Sache selbst in die Hand, suchen innerhalb von zehn Minuten das komplette Lenkgetriebe in einem Onlineshop und zeigen es der Alten
- Dieses NEUE Lenkgetriebe kostet halb so viel wie die Reparatur in Barcelona
- Die Alte sagt: "Joa dann machen wir das halt so, wenn die zwei deutschen Jungs das so wollen"
- Der neue Plan: Teil bestellen, am nächsten Tag einbauen und weiterfahren
- Wir fassen uns an den Kopf und fragen uns, wieso das nicht gleich so einfach gelaufen ist
- Wir latschen heim
- José erzählt uns, dass die Frau von seinem Vater sein Konto in der letzten Nacht um 7000 Dollar überzogen hat
- Er lebt jetzt auf der Straße und hat noch 2,63€. Er hat von Freunden das Angebot bekommen, vorerst bei ihnen in Valencia zu wohnen
- Biete Jose an, ihn mitzunehmen, er lehnt erst mal ab
- Doch es sollte nicht die letzte Begegnung mit ihm sein

 

Freitag:
- Neues Teil wird in den Camper eingebaut
- Wir zahlen die Rechnung
- Fahren weiter in Richtung Valenica

 

 

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Zusammenfassung:

Wir sitzen jetzt zwei Wochen in Sitges fest. Die meiste Zeit haben wir damit verbracht, zur Werkstatt zu latschen und mit der Alten abzuklären, wie der Hase läuft.
Die Werkstatt hat aber im Endeffekt keinen Finger krumm gemacht, um uns zu helfen. Wie man sieht, hätten beide Seiten sich diese Umstände ersparen können und man hätte das Problem in drei Tagen lösen können.
Aber die inkompetente Werkstatt hat versagt und nächstes Mal werden wir die Sache selbst in die Hand nehmen. Auf die Spanier ist kein Verlass. Wir sind wütend, genervt und knapp 900 Euro ärmer. (L)

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Verzweifelt auf der Suche nach Hilfe...

Unser guter Camper stellte uns nicht zum ersten Mal vor eine Herausforderung. Wir können wohl behaupten, dass wir unser Auto inzwischen kennen und einiges an Schraubererfahrung gesammelt haben . Unser Diagnose lautete dieses Mal wie folgt: Kaputtes Kugellager zwischen Zahnstange und Lenksäule. Die einfache Lösung: Altes Kugellager ab, neues Kugellager rein . Leichter gesagt als getan. Wir pilgerten zur nächsten Werkstatt, schilderten das Problem, aber der Mechaniker plusterte nur seine Backen auf. "So ein Teil bekommt ihr höchstens in Vilanova", sagte er auf spanisch.


Acht Kilometer weiter kamen wir also in eine größere Stadt, klapperten mehrere Werkstätten ab, bis wir endlich ein Ersatzteilehändler fanden. Leider wurden wir auch hier enttäuscht. Das Kugellager gibt es als original Ersatzteil so nicht zu kaufen,


also hieß es Improvisieren. Drei Straßen weiter gab es einen Metallexperten, der Kugellager aller Art verkaufte. Dort wurde uns aber sehr forsch erklärt, dass wir erst den inneren und äußeren Ring des Lagers entfernen müssten um das neue einzusetzen. Und das war das eigentliche Problem, wieso wir jetzt vier Tage festsitzen.

 

Dieses blöde Lager wollte einfach nicht herunter. Wir haben alles versucht, sind mit Hitze und Eis daran gegangen, damit das Metall schrumpft und der Ring sich löst, haben in weiteren Werkstätten gefragt, aber als uns dann ein alter , ungeduldiger Mechaniker uns das Ding mit einem, wie er sagte "präzisen, kleinen Schnitt" durchsäbeln wollte, wurden uns die spanischen Methoden doch etwas suspekt.

Lorenzo versucht das Kugellager zu lösen


Zu allem Überfluss stattete uns die Polizei noch einen Besuch ab, als wir gerade versuchten die Reste des Kugellagers zu entfernen. Mit viel Geduld und Überzeugungsarbeit überredeten wir sie dann, von einer Strafe abzusehen. Wir haben illegal in einer privaten Zone gecampt und das reparieren von Autos auf der Straße ist auch verboten.


Nichts desto trotz mussten wir mit unserer Versicherung telefonieren, um uns abschleppen zu lassen. Die unendlich langsame deutsche Servicehotline hatte allerdings noch nie etwas von unserem Versicherungsunternehmen gehört. Schlussendlich sagten wir, wir würden in einer ruhigeren Minute erneut anrufen.


Die Polizei hohlte derweil ihren eigenen Abschlepper, um uns aus der privaten Zone zu ziehen und uns 20 m weiter wieder an den Straßenrand zu stellen. Da es inzwischen Abend geworden ist und die Polizei langsam die Geduld verlor, beteuerten wir, dass wir am nächsten Tag ein Ersatzteil organisieren würden, dieses einsetzen könnten und weiter ginge die Fahrt.


Mit diesen Worten zog die Polizei dann ab.

Jetzt sitzen wir im Hotel und warten auf eine Diagnose der Werkstatt. Wir haben uns schlussendlich doch abschleppen lassen. Wir resignierten vor dem Kugellager. (L)

Unser Camper wird schlussendlich doch abgeschleppt
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Zwischen Lenksäule und Zahnstange; unsere erste Panne

Wir freuten uns wieder im Camper unterwegs zu sein. Uns tat es gut, bei strahlendem Sonnenschein, sitzend die vorbeiziehende Landschaft zu genießen.
Die Landschaft war ein weiteres Mal besonders schön; die kleine, kurvige Landstraße führte uns direkt über zerklüftete Klippen am Meer entlang.

 

In der nächsten Stadt wollten wir spontan an den Strand, wo unser Hochgefühl beim seitlichen Einparken ein jähes Ende fand. Es knackste beim Lenken unheilvoll und die Lenkung bewegte die Räder nicht mehr.
Wir machten uns auf die Suche nach dem Problem und hofften auf eine schnelle Lösung. Allerdings stellten wir fest, dass das Problem von größerem Ausmaß war.
Die Lenkstange (vom Lenkrad kommend) ist aus der Lenkachse gesprungen und das Kugellager, dass diese beiden in Position halten sollte, ist gebrochen.
Zu allem Unglück war es auch noch Samstagnachmittag und alle Werkstätten hatten bereits geschlossen.

 

Also haben wir das Wohnmobil, dass noch zur Hälfte auf der Straße stand, mit viel Mühe von Hand eingeparkt und machten uns auf, die Gegend zu erkunden.
Wir entdeckten einen schönen Strand, ruhten uns den nächsten Tag an diesem aus und filmten die zahlreichen Surfer.

 

 

Alles in allem hätte es aber auch noch schlimmer ausgehen können. Was passiert wäre, wenn die Lenkung eine viertel Stunde früher, an einer 20 Meter hohen Klippe versagt hätte, wollen wir uns nicht ausmalen... (M)

  

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Marathon durch Barcelona

Nachdem sich die letzte Parkplatzsuche als langwierig herausstellte, versuchten wir gar nicht erst, nach Barcelona reinzufahren, sondern starteten unsere Sight-Seeing-Tour vom Friedhof aus, auf dem wir zuvor übernachtet haben. Nach gut zwei Stunden marschieren in Richtung Familia Sagrada , kamen wir endlich an dieser riesigen Kirche an.
Es wimmelte dort nur von Touristen, die versuchten sich und die Familia Sagrada mit Hilfe von Selfiestick und Smartphone gemeinsam abzulichten. Wir konnten nur den Kopf schütteln über diese Attraktionsgeilheit.

La Familia Sagrada

Der horrende Eintrittspreis in die Familia Sagrada schwankte zwischen 18,00 und 35,00€, was uns nur , weiterhin kopfschüttelnd, weiterziehen lies in Richtung Las Ramblas. Ein kleines Viertel aus verwinkelten Straßen und winzigen Geschäften.  Nach langem Orientierungslauf kamen wir dort an und erforschten die engen Gässchen. Hier war es nicht so überlaufen und hinter jeder Ecke fanden wir einen anderen Straßenkünstler .
Während unserer Mittagspause wurde uns zu allem Übel fast noch die Kamera geklaut, doch wir haben die Trickbetrüger rechtzeitig durchschaut und konnten das Schlimmste verhindern.

 

"Bruno Mars"

Nachdem wir eine nach Einbruch der Dunkelheit eine atemberaubende Lichtshow bestaunten, stießen wir noch auf ein größeres Musikfestival . Dort traten kuriose Gestalten auf: von Öko-Indie-Feministenbands über Bruno Mars-Verschnitte bis hin zu DJs. Die Müdigkeit kroch uns jedoch langsam durch die Knochen und so beschlossen wir gegen 23:00 Uhr die ausgelassene Festivalstimmung zu verlassen und zum Camper zurückzulaufen.


Unterwegs wäre Marius fast im Gehen eingeschlafen und als plötzlich eine spanische Familie im Auto halt machte um uns vor einem maskierten Räuber auf einem Motorrad zu warnen, wollten wir beide nur noch so schnell wie möglich heim..
Nach insgesamt 14 Stunden, über 51.000 Schritten und mehr als 42 km Fußweg schliefen wir in dieser Nacht sofort ein. (L)

Barcelona bei Nacht
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Auf Parkplatzjagd in Barcelona


Am Mittwoch machten wir uns auf den Weg nach Barcelona.
Obwohl wir tagsüber noch durch Ausläufer der Pyrenäen fuhren, waren gegen Nachmittag waren wir schon bei den Vorstädten Barcelonas.
An einer Waldlichtung auf einem kleinen Hügel, mit einem wunderschönen Blick auf eine nächtlich beleuchtete Stadt, entschieden wir uns unser Nachtlager aufzuschlagen.
Überrascht stellten wir fest, dass immer wieder Autos auf einem kleinen unbefestigten Waldweg neben uns vorbei fuhren.

Dieser kleine Kerl knabberte fröhlich auf dem Friedhof vor sich hin


Noch überraschter und waren wir, als plötzlich am Horizont Blaulicht auftauchte. Wir überlegten uns schon Ausreden wieso wir an dieser Stelle halt machten, als wir belustigt feststellten, dass der Einsatzwagen an uns vorbei fuhr.
Doch wenige Minuten wich unser schmunzeln, als wirklich wirklich die Polizei vor uns stand. Unsere Ausrede, wir würden von dem Panorama-Blick Fotos machen, schienen sie uns nur zur Hälfte abzunehmen, aber dennoch ließen sie uns weiter ziehen.
Die Suche nach einem besseren Platz gestaltete sich als schwierig, wir fanden nur Stellen an viel befahrenen Straßen oder in Wohngebieten. Schlussendlich entschieden wir uns mit dem ungutem Gefühl nochmal erwischt zu werden für ein Parkplatz an einem Stadtrand.

Diese Raupen bilden lange Ketten und krabbeln gemütlich über die warme Erde


Glücklicherweise blieb die Nacht dann doch Ereignislos.

Am nächsten Tag versuchten wir uns einen Weg durch Barcelona zu bahnen. Versuchten..
Barcelonas Straßen sind wohl die Schlimmsten die wir bisher gesehen haben. Wo sich mehrspurige Einbahnstraßen durch die Stadt ziehen und sich eine Ampel nach der Anderen aufreiht, diese von den Fußgängern aber kaum beachtet werden, fehlt uns einfach der Überblick.

Wir sehnen uns schon fast wieder zu den guten alten französischen Kreiseln zurück. Bei diesem Chaos noch einen Parkplatz zu finden ist die Spitze des Eisbergs. An den Straßenrändern ist alles zugeparkt, die Autos stehen wild in Halteverboten, mit dem halben Auto auf der Kreuzung oder gleich in zweiter Reihe.
Die zahlreichen Tiefgaragen sind bei unserer Höhe erst Recht keine Option. Erst weit ab von dem Stadtkern fanden wir endlich einen kostenlosen Parkplatz. Als wir uns umsahen, bemerkten wir, dass wir vor einem beeindruckenden Friedhof mit über 15 000 Gräbern gelandet waren.
Wir nutzten die Chance und filmten und fotografierten den Friedhof noch an diesem Tag und entschlossen am Abend über die Nacht auf diesem friedlichem Parkplatz zu bleiben. (M)

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Kompass Richtung Süden

Auf unserer Fahrt geht es immer weiter Richtung Süden. Fast eine Woche sind wir nun unterwegs und mit jeder Stunde wechselt die Landschaft. Schnurgerade führten uns die französischen Alleen richtung Marokko, die Farben wechselten in warme Rot- und Orange- und Ockertöne.


Immer wieder sah man Burgen auf den zerklüfteten Felsen an der Rhône. Das Gras wurde trockener und die Bäume immer mediterraner und man konnte erste Olivenhaine am Straßenrand entdecken. 

Bogenbrücke über die Ardèche

Und auch deutlich wärmer wurde es. An der Ardèche in Südfrankreich haben wir unsere erste Nacht ohne Heizung verbracht. Nur zwei Tage später konnten wir im T-Shirt unseren ersten Meerblick in Narbonne genießen. Nach vielen Kilometern auf der Straße, kamen wir urplötzlich und völlig unerwartet an die spanische Grenze.

 

In Spanien wurden die bis dato unzähligen Kreisverkehre von zahllosen Ampeln abgelöst. Nun lässt sich streiten, was davon besser ist. Wir werden uns mit keinem von beiden anfreunden. Auch das Gemüt der Autofahrer wechselte von gemütlich französisch zu rasant spanisch. Am nächsten Morgen wurden wir dann forsch von an die Fenster klopfenden Polizisten geweckt, die uns freundlich vom Parkplatz verjagt haben.

Unser erstes Essen im Freien

Auch sollte man erwähnen, dass wir jetzt bereits in Geldnot waren. Marius hat es geschafft, das Überweisungsverfahren von unserer Kreditkarte zu sperren und so saßen wir zwei Tage auf dem Trockenen. Zum Glück funktioniert es nun wieder und ab morgen wird wieder Geld ausgegeben. (LM)

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Der Himmel weint, der Horizont strahlt...

Nun beginnt sie endlich, die große Fahrt nach Marokko. All unsere Sachen sind gepackt und in den Camper geladen, Schlafplätze sind aufgeteilt, Schränke eingeräumt und Gepäck verstaut.
Nachdem wir uns nun zum dritten Mal von unseren Familien und Freunden verabschiedet haben, geht es nun endgültig los. Dieses Mal fahren wir wirklich nach Marokko.


Genau geplant ist die Reise in den Süden nicht, wir fahren immer so, wie es uns gerade gefällt. Als groben Zeitraum haben wir allerdings ca. 10 bis 15 Tage angesetzt.
So schnell wie möglich in den Süden wollen wir, wo es wärmer und hoffentlich trockener ist, als hier. An dem Abend, an dem wir losgefahren sind, bot sich uns ein atemberaubendes Wetterspiel am Himmel.

 

Es regnete, aber für einen kurzen Moment brach die undurchdringliche Wolkendecke auf und offenbarte die wunderschönen Lichtspiele des Sonnenuntergangs. Der Himmel weinte, aber der Horizont strahlte. Für einen kleinen Moment dachten wir, das wäre ein gutes Zeichen, als würde uns die Ferne willkommen heißen.
Jetzt sitzen wir neben einem französischen McDonald und blicken trübe auf den Wetterbericht. Regen ohne Ende steht in den nächsten Tagen an. Auch heute hat er schon seine Spuren hinterlassen.

 

Wir sind fast auf einem schlammigen Feld steckengeblieben und unser Auto sieht dank der dicken Dreckklumpen auf dem Boden wie unter aller Sau aus. Aber nichts desto trotz lassen wir uns nicht entmutigen und ziehen morgen weiter gen Süden.

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Am Rande der Umweltzone; oder: wo Landluftlungen auf Stahlmeiler treffen

Am Sonntag Mittag sind wir am Ruhrpott angekommen.

Unser Ziel war der Landschaftspark in Duisburg, eine stillgelegte Kokerei, die mit entsprechender Beleuchtung zum begehbaren Kunstwerk umfunktioniert wurde,

 

Das Navi war auf dieses Ziel eingestellt und leitete uns freundlich 10 Minuten vor der Ankunft von der Autobahn, Dort erwartete uns an der ersten Kreuzung ein fettes UmweltzonenSchild. Nur Autos mit grüner Plakette durften weiter fahren. Unser über 25 Jahre altes Wohnmobil kann diese Voraussetzung leider nicht erfüllen.

Also schnell auf den nächsten Parkplatz gefahren und recherchiert ob und wie man die Umweltzone umfahren kann.

Schnell wurde uns klar, dass fast ganz Duisburg, abgesehen von der Autobahn, eine große Umweltzone war und der Landschaftspark in dessen Mitte lag. allerdings FANDEN WIR HERAUS DAS IN ABSEHBARER Nähe das Ende der Umweltzone war.

So entschlossen wir uns an diesem Rand der Umweltzone zu parken und den restlichen Weg zu Fuß zurückzulegen.

Nächtlicher Ausblick von Hochofen 5 in Duisburg

Angekommen fanden wir uns keine Minute hinter der Umweltzone gefühlt 50 Jahre in die Vergangenheit zurückversetzt. Wir standen vor einem noch aktiven Stahlwerk, dass sich über mehrere Kilometer am Rhein entlang erstreckte.

 

Wir waren schockiert und fasziniert zugleich.

 

Fasziniert von den riesigen Kühltürmen, den blau und rot fackelnden Schornsteinen, den meterdicken Gasleitung, der ohrenbetäubenden Geräuschkulisse, es pfiff und grölte und in regelmäßigen Abständen ging eine Sirene los und eine riesige Rauchwolke quoll aus einem der Türme.

 

Erschrocken über den Zustand der Fabrik.

Die Rohre schienen unter dem Leitungsdruck zu ächzen, die Fassaden der Fabrik waren rostbraun gefärbt, Straßen und Schilder waren vom Schmutz umhüllt, ein beißender Gestank hing in der Luft, am Rande der Straßen stapelten sich Berge von Müll.

Gleich daneben der Rhein, eine alte Badestelle, kaum wiederzuerkennen, seit Jahren scheint sie niemand mehr benutzt zu haben.

 

Eine Mutter ist an diese Stelle gefahren um mit ihren Kindern Fast Food im Auto zu verspeisen.

Die leeren Pommestüten wurde sie danach behände durch das offene Fenster los.. (M)

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Einmal noch ins Kalte...

Marius, Lorenzo und Nadina in St. Anton am Arlberg

Nach diversen Zeitverzögerungen bei dem Versuch unser Wohnmobil funktionstüchtig zu schrauben, haben wir, nachdem wir uns von unseren Freunden, Familien und unseren ehemaligen Lehrern verabschiedet haben, am Sonntag endlich Schopfheim verlassen und unsere Reise bestritten.

Da wir sowieso schon mehrere Monate im Verzug waren, (ursprünglich war November als Abreisetermin geplant), haben wir uns dazu entschlossen, dass ein paar Tage später nach Marokko den Kohl nicht mehr fett machen würden.
Also erstmal die dicken Klamotten eingepackt und auf in die entgegengesetzte Richtung. Mit dabei außerdem: Ski, Snowboards und unsere werte Freundin Nadina.
Ihr ahnt es bereits: wir sind in die wunderschönen Alpen, genauer nach Sankt Anton in Österreich gefahren.

Lorenzo düst den Hang hinab

Nach gut 6 Stunden Fahrt, sind wir mitten in der Nacht endlich im verträumten Alpendorf Lech angekommen.
Jetzt nur noch einen ruhigen Parkplatz zum übernachten suchen... leichter gesagt als getan.

An fast allen (übrigens meist ziemlich leeren Parkplätzen), wurde entweder das parken in der Nacht untersagt oder sie gehörten zu Hotels und erlaubten nur ihren Gästen das Parken.
Hinzu kommt, dass das Wildcampen in Österreich sowieso verboten ist.
Schlussendlich haben wir uns trotzdem dafür entschieden unsere Nacht auf einem Hotelparkplatz zu verbringen und wurden glücklicherweise auch nicht vertrieben.

 

Am nächsten Tag erwarteten uns leere Pisten die bei herrlichem Wetter dazu einluden befahren (und gefilmt) zu werden. (M)

Marius vor dem wunderschönen Alpenpanorama
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So war das nicht geplant...

Am Anfang steht immer die Idee. Unsere lautete: auf dem Landweg nach Indien. Und dabei die Freiheit genießen. Kein Zeitdruck, kein Stress, einfach so leben, wie der Tag es gerade will. Überall zuhause und immer unterwegs. Frei nach dem Motto: Der Weg ist das Ziel wollten wir uns bis nach Asien aufmachen. Wieso gerade Asien?


Wir wollten den totalen Kontrast zu dem uns bekannten Alltag erleben. Nebenwirkung: Wunderschöne Filmmotive. Auf unserer Reise wollten wir unser filmisches Talent weiter perfektionieren und gleichzeitig die Schönheit der Orte, an denen wir vorbeikämen, festhalten.

 

Zu Beginn wurden wir natürlich von vielen ausgelacht. "Wieso fliegt ihr denn da nicht einfach hin?", haben viele gefragt. Bei manchen stießen wir auf Zuspruch. Sie wussten aber wahrscheinlich nicht, wie schwierig das ganze Unterfangen werden würde. ... Genauso wenig wie wir. Nach monatelanger Recherche haben wir es dann schlussendlich aufgegeben.


Es scheiterte an den Visen, die wir hätten organisieren müssen, um nach Indien zu kommen. Sieben Stück hätten wir gebraucht, Dabei noch jede Grenzüberquerung zeitlich genau zu planen und mit den schlechten Straßenverhältnissen am Himalaya, sowie diverser Krisengebiete zu kämpfen, ist uns zu riskant gewesen. Wir wollen unabhängig Und spontan bleiben.

 

Umplanen war also angesagt: Nachdem unsere Route immer kürzer geworden ist, heißt unser Ziel nun Marokko. Exotisch genug, aber doch nicht zu weit entfernt.

 

Nach mehreren Monaten sparen kauften wir uns unseren (hoffentlich) zuverlässigen Begleiter. Solaranlage drauf für unser Kameraequipment, etwas aufgehübscht und neue Wasseranlage. Schon kann es losgehen. (l)

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